Ärzte Zeitung, 30.05.2011

Die regelmäßige Impfbuchkontrolle lohnt sich

WIESBADEN (MUC/CV/eis). Jeder Patientenkontakt sollte dazu genutzt werden, den Impfschutz zu überprüfen, rät die Ständige Impfkommission (STIKO). Dazu gehören sowohl der Basisschutz als auch Indikationsimpfungen etwa bei einer chronischen Erkrankung, wie Professor Klaus Wahle aus Münster betont hat.

Zu den bisher wenig genutzten Standardimpfungen gehört zum Beispiel die HPV-Impfung junger Mädchen. Die Durchimpfungsraten sind bisher sehr niedrig, sagte Wahle bei einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline in Wiesbaden.

Generell gibt es bei Jugendlichen häufig große Impflücken, weil sie nur selten einen Arzt aufsuchen. Deshalb ist bei den 9- bis 17-Jährigen besonderes Augenmerk auf den Impfschutz zu richten. Der Blick in den Impfausweis ergibt oft einen deutlichen Handlungsbedarf.

Impflücken auch bei älteren Menschen

"Ein großer Teil der Jugendlichen hat beispielweise keinen Impfschutz gegen Hepatitis B", betonte Wahle. Außerdem fehlen ihnen oft die Impfung gegen Meningokokken C sowie die Auffrischimpfungen gegen Keuchhusten.

Eine weitere Gruppe mit häufig besonders großen Impflücken sind ältere Menschen. Sie brauchen die Standardimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und die Grundimmunisierung gegen Polio.

Auch empfiehlt die STIKO, alle Personen jenseits des 60. Lebensjahres regelmäßig gegen Influenza und einmal gegen Pneumokokken-Infektionen zu impfen.

Auch Beruf beachten

Auch die berufliche Tätigkeit kann Anlass zu Indikationsimpfungen sein. So sollten zum Beispiel Lehrer, Taxifahrer, Verkäuferinnen und andere Menschen mit viel Publikumsverkehr im Beruf regelmäßig gegen Influenza geimpft sein.

Menschen in medizinischen Berufen brauchen außer dem Basisschutz auch Impfungen gegen Hepatitis B, Influenza, Pertussis und gegen Varizellen, so Wahle.

Besonders bei Tätigkeiten in der Pädiatrie ist auch die Masern-Mumps-Röteln-Impfung zu empfehlen. Daran zu denken und die Impflücken zu schließen, ist nach seinen Worten eine "Win-Win- Situation" für Arzt und Patient.

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