Ärzte Zeitung, 22.02.2012

Kommentar

Zögern beim Impfschutz

Von Wolfgang Geissel

Als der erste konjugierte Kinder-Impfstoff gegen Pneumokokken in Deutschland im Jahr 2001 auf den Markt kam, dauerte es fünf Jahre, bis die STIKO den Schutz in den allgemeinen Impfkalender aufgenommen hat. Diese zögerliche Haltung hat damals sicher einige Kindern das Leben gekostet.

Seit der breiten Anwendung des Impfstoffs ist nämlich auch in Deutschland die Zahl schwerer invasiver Pneumokokken-Erkrankungen deutlich zurückgegangen.

Anders verhält es sich jetzt beim Nachfolgeimpfstoff, der nicht nur für Kinder, sondern seit Kurzem auch für Erwachsene zugelassen ist. Auch hier zögert die STIKO, den modernen Schutz - jetzt bei Senioren - zum Standard zu machen.

Allerdings gibt es auch - anders als damals bei den Kindern - mit der Polysaccharidvakzine eine Alternative. Dass der moderne und deutlich teurere Impfstoff wirklich besser wirkt, ist bisher nur spärlich belegt. Es ist daher verständlich, wenn die Impfexperten für ihre Entscheidung Daten aus Endpunktstudien abwarten wollen.

Solche Ergebnisse einer kontrollierten Studie bei über 65-Jährigen mit ambulant erworbenen Pneumokokken-Pneumonien aus den Niederlanden werden im nächsten Jahr erwartet.

Lesen Sie dazu auch:
Rückschlag für Pneumokokken-Impfstoff

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »