Ärzte Zeitung, 14.08.2012

Kommentar zur Masern-Impfung

Schutz und Surveillance nötig!

Von Wolfgang Geissel

Ähnlich wie Pertussis und Masern ist Mumps eine sogenannte Kinderkrankheit, bei der sich in Deutschland die Erkrankungshäufigkeit immer mehr auf ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene verlagert.

Die STIKO rät daher - ebenso wie bei Masern und Pertussis - jetzt auch Erwachsenen zur Mumps-Impfung. Allerdings wird hier der Schutz bisher nur Risikogruppen wie medizinisch Beschäftigten mit Patientenkontakt sowie Lehrern und Betreuern in Horten, Schulen und Unis empfohlen.

Die Umsetzung der Impfung erfordert keinen zusätzlichen Aufwand: Wer - wie geraten wird - Erwachsene gegen Masern mit MMR impft, schützt sie sowieso schon gegen Mumps.

Bedenklich ist jedoch die hohe Rate an Impfdurchbrüchen bei Mumps: Bei einem Ausbruch in Bayern waren über 60 Prozent der Erkrankten vollständig (zweimal) gegen Mumps geimpft.

Dies könnte an einer schnell schwindenden Immunität nach Impfung liegen, aber auch an Antigenunterschieden zwischen abgeschwächten Impfviren und dem Ausbruchsstamm. Um die Qualität des Schutzes zu beurteilen, ist daher die Surveillance zu intensivieren.

Dazu gehört auch eine bundesweite Meldepflicht von Erkrankungen, die es bisher nicht gibt.

Lesen Sie dazu auch:
Neue Empfehlung: Mumps-Impfung für Lehrer
STIKO: Neue Impf-Empfehlungen veröffentlicht

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »