Ärzte Zeitung, 23.05.2013

WHO-Empfehlung

Eine Impfdosis reicht gegen Gelbfieber

DÜSSELDORF. Eine einzige Impfung schützt lebenslang vor Gelbfieber. Der Schutz muss nicht, wie bislang empfohlen, alle zehn Jahre aufgefrischt werden, teilt die WHO mit.

Trotz der aktualisierten WHO-Empfehlungen werden allerdings Länder mit Gelbfieber-Impfpflicht vorerst bei der Einreise auf die Auffrischung bestehen, betont das CRM Centrum für Reisemedizin. Reisende sollten sich dazu in Gelbfieberimpfstellen beraten lassen.

Nach WHO-Angaben sind seit den 1930er-Jahren 600 Millionen Dosen Gelbfieber-Impfstoff verimpft worden. Nur zwölf Fälle von Impfversagen seien registriert worden, und zwar immer wenige Jahre nach der Impfung.

"Die Experten haben keinen Hinweis darauf, dass der Immunschutz nach einer einmaligen Impfung gegen Gelbfieber mit der Zeit nachlässt", so das CRM.

"Die extrem seltenen Fälle von sogenanntem Impfversagen führen sie auf andere Effekte zurück." Manche Länder Afrikas, Südamerikas oder Asiens verlangen bei Einreise den Nachweis einer Gelbfieberimpfung, wenn man aus einem Land kommt, in dem Gelbfieber verbreitet ist (die Vorschrift gilt auch für Transit-Aufenthalte!).

In diesen Fällen wird eine aktuelle, also mindestens alle zehn Jahre aufgefrischte Impfung verlangt. Die Einreisevorschriften von Ländern mit Gelbfieber-Impfpflicht werden sich trotz der aktualisierten Impfempfehlung der WHO voraussichtlich vorerst nicht ändern, so das CRM.

Die Impfung gegen Gelbfieber erfolgt mit einem Lebendimpfstoff, also mit abgeschwächten Viren, die sich noch vermehren können und eine Immunantwort auslösen. Sie darf hierzulande nur in autorisierten Gelbfieberimpfstellen durchgeführt werden.

Die Impfung ist ab dem zehnten Tag nach Verabreichung wirksam, des weiteren müssen Zeitabstände zu verschiedenen anderen Impfungen eingehalten werden. Reisende sollten sich also frühzeitig vor Antritt einer Reise reisemedizinisch beraten und empfohlene Impfungen durchführen lassen. (eis)

Topics
Schlagworte
Impfen (4166)
Reisemedizin (1712)
Organisationen
CRM (692)
WHO (3124)
Krankheiten
Impfen (3349)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »