Ärzte Zeitung, 03.07.2013

Vorsorge bei Kindern

Plädoyer für Recall-System

BERLIN. Um Kinder und Jugendliche auch nach der U 9 ab dem 6. Lebensjahr in der Arztpraxis zu halten, ist ein aktives Recall-System erforderlich.

Schon nach wenigen Jahren werde es dadurch nach Ansicht des Berliner Kinder- und Jugendarztes Dr. Burkhard Ruppert möglich sein, die Rate der Inanspruchnahme von Vorsorgen und Impfungen fast zu verdoppeln.

Früherkennungsuntersuchungen und Impfungen würden mit zunehmendem Alter immer weniger in Anspruch genommen, sagte Ruppert beim Kinder- und Jugendärztetag in Berlin.

Die Teilnahmeraten bei der U1 bis U9 lägen zwischen 85 und 100 Prozent. Dagegen nehme nur noch jeder dritte Jugendliche die Jugendgesundheitsberatung J1 wahr.

Starker Rückgang bei Impfquoten

Noch stärker ist der Rückgang bei den Impfquoten. Nach Angaben von Ruppert erhalten 94 Prozent der Vorschulkinder die Pertussis-Impfung. Bei Jugendlichen liegt die Quote bei 36 Prozent, bei Erwachsen sinkt sie auf elf Prozent.

Wichtig sei ein Arztkontakt zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr auch deshalb, weil bei der Früherkennung oft medizinischer Handlungsbedarf erkannt werde. Bei 70 Prozent der Jugendlichen werden auffällige Befunde - insbesondere im Bereich der Wirbelsäule und der Schilddrüse gemacht.

Doch es gibt Gegenstrategien: Mit einem verbindlichen Einladungswesen gelang es laut Ruppert in Brandenburg, die Teilnahmerate an der J1 von 24 (2008) auf 43,5 Prozent (2012) zu erhöhen. (ras)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Zufallsbefunde – Wer sucht, der findet

Bei der bildgebenden Diagnostik kann es vorkommen, dass unerwartet ein Befund jenseits des eigentlichen Anlasses auftaucht. Das sollte man den Patienten klarmachen – vorher. mehr »

Alternativszenario voller Sprengkraft

Bei einem Modellprojekt in Baden-Württemberg ist die sektorenübergreifende Versorgung durchgespielt worden. Der Abschlussbericht enthält Empfehlungen, die es in sich haben - und das Konfliktpotenzial deutlich machen. mehr »

Streit um "Strafgebühr" im Krankenhaus

KBV-Chef Gassen fordert für Patienten, die mit Bagatellerkrankungen in die Notfallambulanz der Kliniken kommen, eine Gebühr. Das hält die DKG für "schlicht falsch". Die Linke mutmaßt: "Notaufnahmen nur für Reiche"? mehr »