Ärzte Zeitung online, 06.03.2014
 

Tipps vom Centrum für Reisemedizin

Viele Rucksackreisende brauchen Tollwutschutz

Viele Rucksackreisende brauchen Tollwutschutz

Die Tollwut-Prophylaxe ist bei Reisen unter einfachen Bedingungen in Endemieländern enorm wichtig. In vielen Reiseländern fehlt es an qualitativ hochwertigen Impfstoffen und Immunglobulinen.

Von Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek

Tollwut ist eine durch das Rabies-Virus übertragene Erkrankung, die in nahezu allen Teilen der Welt verbreitet ist. Die Haupt-Endemiegebiete sind Indien, China und Südostasien.

Laut WHO-Schätzung sterben jährlich etwa 55.000 Menschen an Tollwut, hauptsächlich in Ländern oder Regionen, in denen es an adäquater medizinischer Versorgung mangelt.

Die ersten Todesopfer im Jahr 2014 gab es in Indien (1), Indonesien (2) sowie Südafrika (1); weitere Tollwut-Infektionen werden vor allem aus Indonesien gemeldet.

Erkrankung endet stets tödlich

Übertragen wird das Tollwut-Virus zumeist durch den Biss infizierter Säugetiere, hauptsächlich durch (streunende) Hunde, Füchse und Fledermäuse. Prinzipiell reicht auch ein einfacher Kontakt infizierten Speichels mit einer verletzten Hautstelle für eine Infektion aus.

Nach Transport des Virus entlang der Nervenbahnen hin zum zentralen Nervensystem bildet sich schließlich eine Enzephalitis aus.

Die Inkubationszeit kann sich in Abhängigkeit von der Lokalisation der Virus-Eintrittsstelle über einen Zeitraum von ein paar Tagen bis hin zu mehreren Jahren erstrecken. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, so endet sie immer tödlich.

Prä- und Postexpositionsprophylaxe sind essenziell

Tollwut lässt sich durch eine Impfung vorbeugen. Menschen, die sich in Risikogebieten aufhalten und dort Kontakt zu Tieren haben, ist eine solche Impfung anzuraten. Bei nachfolgendem Infektionsverdacht sollten ein bis zwei Booster-Impfungen verabreicht werden.

Wurde eine Person ohne entsprechenden Impfschutz von einem tollwutverdächtigen Tier gebissen, so ist die Wunde unverzüglich zu reinigen und zu desinfizieren.

Daraufhin sollte schnellstmöglich mit der Postexpositionsprophylaxe begonnen werden, die aus einer passiven Immunisierung mit Tollwut-Immunglobulin sowie einer Impfung besteht. In einigen Ländern sind allerdings qualitativ hochwertige Impfstoffe und Immunglobuline nicht verfügbar.

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