Ärzte Zeitung, 22.04.2016

Kommentar zu Lieferengpässen bei Pertussis-Impfstoffen

Kokonstrategie hat Priorität

Von Wolfgang Geissel

Die Lieferengpässe der Keuchhusten-Impfstoffe kommen zur Unzeit. Denn eigentlich müsste der Schutz in Deutschland ausgeweitet werden. So gibt es wegen der zeitlich begrenzten Schutzwirkung der azellulären Vakzinen immer wieder Pertussis bei Jugendlichen - vor allem auch, weil nach der Grundimmunisierung die Auffrischimpfungen fehlen.

Zudem wird darüber diskutiert, ob künftig alle Schwangeren gegen Pertussis geimpft werden sollten. Hiermit soll bei den Neugeborenen ein Nestschutz induziert und einer möglichen Übertragung der Pertussis-Erreger von der Mutter auf den Säugling vorgebeugt werden.

Hierbei ist bereits die wichtigste Indikation der Keuchhusten-Impfung im Fokus: Die impfpräventable Krankheit ist für Kinder in den ersten Lebensmonaten die größte Gefahr, sie kann in diesem Alter lebensbedrohlich verlaufen.

In Zeiten knapper Impfstoffe räumt daher auch die STIKO der Kokon-Strategie für Neugeborene die höchste Priorität ein. Alle engen Kontakte der Kinder sollten den Schutz haben: Eltern, Geschwister, Großeltern, Tagesmütter und andere Betreuer.

Darüber hinaus ist die Impfung der Kinder - wie im Impfkalender empfohlen - sofort nach Abschluss des zweiten Lebensmonats zu beginnen.

Lesen Sie dazu auch:
Keuchhusten: Über Jahre sind Lieferengpässe bei Impfstoffen zu erwarten

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie man trotz Plätzchen den Kilos trotzt

Ein Lebkuchen hier, ein Dominostein da und dann noch die fette Weihnachtsgans. Forscher geben studiengeprüfte Tipps gegen den üblichen Gewichtszuwachs an den Feiertagen. mehr »

Psychotherapeuten werfen der Koalition Diskriminierung vor

15:07Die Psychotherapeuten laufen Sturm gegen das TSVG. Sie fordern gleiche Rechte für ihre Patienten. mehr »

Zwei AOKen geben Zusatzbeitrag preis

Nach und nach geben die Krankenkassen ihren Beitragssatz für 2019 bekannt – nun taten dies die AOK Baden-Württemberg und AOK Nordwest. Es zeichnen sich sinkende Zusatzbeiträge ab, aber nicht bei jeder Kasse. mehr »