Ärzte Zeitung, 18.12.2008

Studenten geimpft - weniger Fehlzeit im Hörsaal

Knapp ein Drittel weniger Influenza-ähnliche Erkrankungen bei Grippewellen / Studie in Minnesota

NEU-ISENBURG (eis). Weil sie intensivem Kontakt zu vielen Menschen haben, wird Lehrern im Winter die Grippe-Impfung empfohlen. Aber auch Studenten profitieren von dem Schutz, wie eine US-Studie ergeben hat.

An der vierjährigen Untersuchung nahmen jeweils in der Grippesaison zwischen 2783 und 3674 Studenten im Alter über 18 Jahre von zwei Hochschulen in Minnesota teil (Arch Pediatr Adolesc Med 162, 2008, 1113).

In den Wintern zwischen Oktober 2002 und April 2005 wurden die jeweiligen Teilnehmer über das Internet befragt, und zwar sowohl zum Impfstatus als auch zu Atemwegsinfektionen ab einem Tag Dauer, Muskelschmerzen, Hals- oder Kopfweh, Rhinitis und Fieber über 38°C. Zudem wurden Angaben zu Fehltagen im Unterricht und an der Arbeit sowie Arztbesuchen registriert.

Ergebnis: Während der Grippewellen hatten knapp ein Viertel der Studenten mindestens eine Influenza-ähnliche Erkrankung. Geimpfte Studenten hatten dabei während Grippewellen eine um 30 Prozent verringerte Rate für eine solche Krankheit.

Außerdem waren während dieser Zeiten bei den Geimpften im Vergleich zu den Ungeimpften die Raten von Arztbesuchen, Antibiotikaverordnungen sowie von versäumten Unterrichts- oder Arbeitstagen deutlich niedriger. Außerhalb von Grippewellen gab es keinen Unterschied bei Atemwegsinfektionen. "Studenten haben häufig Grippe und sie können stark von der Impfung profitieren", so das Fazit der Studienautoren.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Auch in der Schule ist Grippeschutz wichtig

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