Ärzte Zeitung, 03.06.2009

Der Labortipp

Nachweis von Schweinegrippe

Zum Labornachweis des Influenza A (H1N1) Virus, des sogenannten Schweinegrippe-Virus, empfiehlt das Robert-Koch-Institut mindestens eine der folgenden Methoden:

  • direkter Erregernachweis: Nukleinsäure-Nachweis (etwa PCR für Influenzavirus A) oder Virusisolierung und spezifischer Nachweis neuer Influenzaviren (A/H1N1).
  • indirekter (serologischer) Nachweis: vierfacher Titeranstieg für spezifische Antikörper gegen neue Influenzaviren (A/H1N1).

Bestehen bei negativem labordiagnostischen Ergebnis (insbesondere bei serologischen Schnelltests) die Symptome fort, sollte kurzfristig eine sensitivere Methode wie PCR vorgenommen werden. Dazu ist Untersuchungsmaterial möglichst aus den tieferen Atemwegen zu nutzen. Wichtig ist die korrekte Probenentnahme: Zum Nachweis humaner Influenzaviren (A/H1N1, A/H3N2 und B) werden Proben aus der Nase bevorzugt.

EBM-Abrechnung: Für den laborchemischen Nachweis von Influenzaviren A und B ist die EBM-Ziffer 32841 (16,50 Euro) zzgl. EBM-Ziffer 32859 (4 Euro) abrechnungsfähig.

GOÄ-Abrechnung: Der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben sich im Mai 2009 im Bewertungsausschuss darauf verständigt, dass im konkreten Verdachtsfall die Kosten des Schnelltests gegen Vorlage der Arztrechnung zu erstatten sind. Der Influenza-Schnelltest kann abgerechnet werden nach der GOÄ-Ziffer 4668 (einfacher Satz 19,23 Euro bzw. 1,15-facher Satz 22,12 Euro).

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Einige Frauen sind besonders dufte

Für Männer-Nasen riechen einige Frauen besser als andere. Das hängt mit der Fortpflanzung zusammen, berichten Forscher aus der Schweiz. mehr »

Mysterium Blasenschmerz-Syndrom

Bis zu 60 Mal am Tag auf die Toilette: Die interstitielle Zystitis, auch Blasenschmerz-Syndrom genannt, ist wenig bekannt. Die deutschen Urologen haben nun erstmals Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie herausgebracht. mehr »