Ärzte Zeitung online, 25.09.2009

Grippe plus Schweinegrippe: Frau aus dem Ruhrgebiet gestorben

ESSEN (dpa). Im Ruhrgebiet ist eine extrem adipöse 36-jährige Frau an den Folgen einer schweren Grippeinfektion gestorben. Neben mehreren gefährlichen Erregern sei auch das Schweinegrippevirus nachgewiesen worden, teilte das Universitätsklinikum Essen am Freitag mit.

Die 180 Kilogramm schwere Raucherin starb am Freitag letztlich an akutem Multiorganversagen, darunter einem Lungenversagen und einer Blutvergiftung. Das berichtete ein Sprecher des Universitätsklinikums Essen.

Ob das neben anderen Erregern nachgewiesene Schweinegrippevirus mitverantwortlich für den Tod war, sollen nun weitere Untersuchungen zeigen. Sollte dies der Fall sein, wäre das in Deutschland der erste bekanntgewordene Schweinegrippe-Todesfall.

Die Frau war nach einer verschleppten Grippe in ein Krankenhaus gekommen und musste dort wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes künstlich beatmet werden. Wegen der besseren Behandlungsmöglichkeiten mit einer künstlichen Lunge wurde die 36-Jährige ins Essener Universitätsklinikum gebracht. Dort wurde neben den schweren Erregern auch das Schweinegrippe-Virus entdeckt. Die Frau starb kurz darauf.

In Deutschland hat es bereits einzelne schwere Fälle von Schweinegrippe gegeben. In der Regel verlaufen die Erkrankungen nach Angaben des Robert Koch-Instituts hierzulande jedoch mild. In einem schweren Fall war allerdings ein Patient in Bonn vor einigen Wochen vorübergehend lebensgefährlich erkrankt. Wie bei der Frau im Ruhrgebiet war auch bei ihm ein "Grundrisiko" vorhanden, an jeder Grippe schwer zu erkranken.

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