Ärzte Zeitung, 10.02.2011

Hoher Nutzen der Impfung gegen saisonale Grippe

BERLIN (hub). In den USA ist die Gruppe der über 85-Jährigen der am schnellsten wachsende Bevölkerungsteil. Damit komme der Influenza-Impfung eine steigende Bedeutung zu, sagte Professor Mathias Pletz von der Uni Jena.

So habe eine Kohortenstudie mit 260.000 über 65-Jährigen eine Reduktion der Gesamtsterberate durch die Grippeimpfung von 14, 19 und 1 Prozent in drei Grippesaisons ergeben. Und die Kaiser-Permanente-Study über neun Jahre habe gezeigt, dass bei einer Impfrate von 60 Prozent die Gesamtsterberate um knapp fünf Prozent gesenkt werden könne, so der Pneumologe.

Oder andersherum: Wäre keiner der Senioren geimpft worden, die Gesamtsterberate hätte in dem Zeitraum 47 Prozent höher gelegen, so Pletz bei der internationalen Konferenz "Controversies in Vaccination in Adults" in Berlin.

Die jährlichen Kosten durch Influenza würden in den USA auf umgerechnet elf Milliarden Euro per anno geschätzt. Pletz präsentierte eine Reihe ökonomischer Studien zur Grippeimpfung. Alle waren kosteneffektiv, die Hälfte sogar kostensparend.

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