Ärzte Zeitung, 07.12.2011

Herzkranke profitieren stark vom Influenzaschutz

CHIANG MAI (eis). In den Monaten nach akutem Koronarsyndrom (ACS) schützt die Grippeimpfung vor weiteren Herzkomplikationen, berichten Forscher aus Thailand. Dies stützt die STIKO-Empfehlung, chronisch Kranke gegen Influenza zu impfen.

Grippeimpfung nach Infarkt beugt Rezidiven vor

Impfung gegen Grippe: Nach einem akuten Koronarsyndrom ist sie besonders nützlich.

© Klaus Rose

An der PROBE-Studie nahmen 439 Patienten teil, die binnen acht Wochen vor der Studie ein ACS (Herzinfarkt oder instabile Angina pectoris) gehabt hatten (Eur Heart J 2011; 32: 1730).

Je etwa die Hälfte wurde entweder gegen Influenza geimpft oder nicht. In den folgenden zwölf Monaten wurden bei den Patienten alle kardiovaskulären Ereignisse registriert wie Klinikeinweisungen wegen ACS, Herzinsuffizienz, Schlaganfall oder auch die Todesfälle.

Dieser kombinierte Endpunkt wurde bei 9,5 Prozent der Geimpften und 19,3 Prozent der Ungeimpften erreicht. Die schweren Komplikationen wurden also statistisch signifikant um fast zehn Prozentpunkte reduziert.

Sterberate halbiert

Insgesamt starben 2,3 Prozent der Geimpften und 5,5 Prozent der Ungeimpften in der Nachbeobachtungszeit an einem kardiovaskulären Ereignis.

Die Schutzwirkung der Influenza-Impfung bei Herzpatienten wird dadurch erklärt, dass Entzündungsreaktionen bei Infektionen vermieden werden. Die Daten bestätigen frühere Studienergebnisse zum großen Nutzen der Prävention bei Herzkreislauf-Erkrankungen.

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt daher in ihren Leitlinien allen Herzpatienten die Prävention. Die STIKO rät bei allen chronisch Kranken zur Grippe-Impfung.

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