Ärzte Zeitung, 07.12.2012

Studie

Impfen senkt Verbrauch von Antibiotika

VANCOUVER. Bei hohen Impfraten gegen Influenza und Pneumokokken werden weniger Antibiotika verbraucht, berichten Dr. Denise Werry von der University of British Columbia und ihr Kollege Dr. Kyle J. Wilby (Vaccine 2012; 46: 6509).

Die Forscher haben sieben Studien der letzten Jahre zu den Effekten von Impfprogrammen gegen die Erreger untersucht.

In all diesen Untersuchungen wurde belegt, dass mit der Einführung solcher Programme oder aber mit einer verstärkten Nutzung der Impfstoffe der Antibiotika-Verbrauch in den einzelnen Regionen zurückging.

In drei randomisierten kontrollierten Studien sank der Verbrauch der Antiinfektiva um fünf bis zehn Prozent; in den vier epidemiologischen Studien sogar um bis zu 64 Prozent. Impfprogramme können daher ein Mittel dafür sein, Antibiotika einzusparen und so Resistenzen vorzubeugen. (eis)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[07.12.2012, 17:34:54]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Vorgezogene Sylvesterkracher?
Dieser Artikel wird der zitierten "Studie" nicht gerecht. Die beiden Autorinnen haben neben anderen zielführenden Stichworten in einschlägige Suchmaschinen, incl. der für wissenschaftliche Publikationen befremdlichen "Google, and Google Scholar" eingegeben: "vaccine; immunization"..."influenza; pneumococcal; haemophilus; meningococcal" (Impfstoff; Immunisierung... Influenza-; Pneumokokken-; Hämophilus-; Meningokokken-).

Die naive Beobachtung der ausgeworfenen Daten ergab dann (überraschend?) einen geringeren Antibiotikaverbrauch; insbesondere bei denjenigen bakteriellen Erkrankungen, gegen die man zuvor effektiv geimpft hatte. Gegen durch Impfung verhinderte virale Influenza-Infektion wäre eine virtuelle Antibiotika-Anwendung ein ganz besonderer Kracher gewesen.

Abgesehen davon, dass Patienten, die sich umfänglich impfen lassen, oft gesundheits- und krankheitsbewusster leben, war der wissenschaftstheoretische Ansatz dieser Publikation unterhalb des Niveaus von Bio-Leistungskursen in Deutschland.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM z. Zt. Kaprun/A
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Morphin bei Herzinfarkt – unverzichtbar aber umstritten

Morphin bei Herzinfarkt-Patienten: Die Sicherheit des Schmerzmittels hat sich in einer aktuellen Studie bewährt. Zweifel über ein mögliches Risiko bleiben aber vorerst. mehr »

Zu viele Hausbesuche = Regress!

Zwei hessische Landärzte wurden in Regress genommen, weil sie deutlich mehr Hausbesuche als ihre Kollegen absolviert haben. Über 50.000 Euro sollen sie zurückzahlen. Die Ärzte verstehen die Welt nicht mehr - und wehren sich. mehr »

Tot oder nicht tot – das ist hier die Frage

Särge mit Ausgängen und Glöckchen um die Arme: Schon seit Jahrhunderten ziehen Wissenschaftler die Eindeutigkeit des Todes in Zweifel. Eine neue Ausstellung in Berlin zeigt Exponate, die dem Scheintod ein Schnippchen schlagen sollten. mehr »