Ärzte Zeitung, 29.09.2014

Kommentar zur Grippe-Studie

Impfung mit Imageproblem

Von Wolfgang Geissel

Für Patienten in Kliniken und Pflegeheimen ist ein Grippeausbruch lebensgefährlich. Es sollte daher jede Chance zur Prävention in solchen Einrichtungen genutzt werden. Dazu gehört - außer der Impfung von Risikogruppen - auch der Impfschutz für medizinisches Personal, um das Übertragungsrisiko auf die anvertrauten Patienten zu minimieren.

Dass dabei in Deutschland vieles im Argen liegt, haben Untersuchungen in den vergangenen Jahren zur Genüge gezeigt. Die Grippe-Impfung wird von Menschen in medizinischen Berufen besonders schlecht angenommen und die Impfraten sind zuletzt sogar gesunken: Nur etwa jeder Vierte in Praxis und Klinik hatte 2010 den Schutz; zwei Jahre zuvor war es noch jeder Dritte gewesen.

Ein Grund für die schlechte Akzeptanz der Impfung sind offenbar erhebliche Wissenslücken der Gesundheits-Profis. So hat eine Umfrage unter 563 Menschen mit Medizin-Berufen im vergangenen Jahr ergeben: Nur gut zwei Drittel wussten überhaupt, dass ihnen die Impfung empfohlen wird. Nur 43 Prozent hielten die Impfung für wichtig. Und die Hälfte zweifelte komplett die Schutzwirkung an.

Ohne ein besseres Image wird sich der Grippeschutz in Deutschland nicht verbessern lassen. Hierzu ist deutlich mehr Aufklärung nötig.

Lesen Sie dazu auch:
Grippe: Weniger Tote in Heimen mit gut geimpften Pflegern

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[03.10.2014, 09:13:54]
Rudolf Hege 
EBM?
Vielleicht liegt das "Imageproblem" einfach darin, dass die Impfung nicht viel "taugt"?

Legt man, die sonst so hoch gelobten, EBM-Kriterien an, dann bliebt nicht viel belegbarer Nutzen übrig und für die Hochrisikogruppen (Alte) gar kein belastbarer Nachweis. (vgl. http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2014/03/21/grippe-impfstoffe-nur-maessig-wirksam/12391.html) zum Beitrag »
[01.10.2014, 08:15:07]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Das liegt offensichtlich an der stark zunehmenden Zahl von "Hygiene"-Personal im Krankenhaus,
die permanent und medienwirksam gegen Ärzte Front machen. zum Beitrag »

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