Ärzte Zeitung, 06.03.2015

Infektionswelle

Ist der Grippe-Höhepunkt erreicht?

Der Praxisindex der Atemwegsinfektionen ist in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche stabil gebliebenen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Grippewelle nicht weiter anwächst.

Von Wolfgang Geissel

Ist der Grippe-Höhepunkt erreicht?

Ist endlich Land in Sicht bei der aktuellen Gruppewelle?

© Joanna Zielinska / fotolia.com

BERLIN. Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE) ist bundesweit immer noch stark erhöht. Die Grippewelle hat dabei in Bayern und Baden-Württemberg etwas ab- und im Norden noch etwas zugenommen.

Für die Meldewoche bis zum 1. März wurden dabei in knapp drei Viertel der 237 Stichproben von Influenzapatienten respiratorische Viren identifiziert, davon waren 61 Prozent Influenzaviren.

In der neunten Kalenderwoche sowie den Tagen bis zum 3. März wurden knapp 12.000 klinisch-labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt und damit fast doppelt so viele wie in der gesamten Grippesaison 2013/14 mit etwa 6200 bestätigten Erkrankungen.

Kein Anstieg der Arztbesuche mehr

In dieser Saison summiert sich die Zahl inzwischen auf 38.455 klinisch-labordiagnostisch bestätigte Fälle seit Oktober. Etwa jeder sechste Betroffene musste bisher stationär behandelt werden.

Allerdings stieg die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen nicht mehr weiter an. Das könnte ein erster Hinweis darauf sein, dass die Welle ihren Höhepunkt erreicht hat. In Europa ist die Zahl der Länder mit starker Grippewelle etwas zurückgegangen.

Eine hohe Krankheits-Intensität gibt es noch in Finnland, Schweden, Luxemburg, Ungarn, Moldawien sowie in der Schweiz und in der Ukraine.

Durch Mutation der in Europa und Nordamerika dominierenden H3N2-Viren von Influenza A ist die Wirksamkeit des Grippe-Impfstoffs deutlich herabgesetzt, wird die WHO in dem RKI-Bericht zitiert.

Nach Studien in den USA liegt die Wirksamkeit der Impfung in diesem Jahr dort zwischen 10 und 60 Prozent. In den meisten anderen Jahren würden 40 bis 60 Prozent ermittelt.

Grippewinter mit deutlich reduzierter Impfstoffwirksamkeit seien in den letzten 25 Jahren nur viermal aufgetreten. Resistenzen gegen Neuraminidase-Hemmer wurden in diesem Jahr nicht gefunden.

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