Ärzte Zeitung online, 24.03.2016

Grippewelle

Ist der Höhepunkt erreicht?

Akute Atemwegserkrankungen sind in Deutschland noch stark verbreitet - doch es gibt Hinweise, dass die Grippewelle nicht mehr weiter anwächst.

Ist der Höhepunkt erreicht?

Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen für 11/2016.

© RKI

BERLIN. Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE) ist bundesweit immer noch deutlich erhöht, berichtet die AG Influenza am Robert Koch-Institut.

Die Grippewelle hat dabei im Norden etwas ab- und im Osten noch etwas zugenommen. Für die Meldewoche bis zum 19. März wurden dabei in zwei Drittel der 235 Stichproben von ARE-Patienten respiratorische Viren identifiziert, davon waren 52 Prozent Influenzaviren.

In der elften Kalenderwoche wurden 9226 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt.

Der Anteil an Influenza B an allen Influenzanachweisen ist von 23 Prozent (5. KW) auf 76 Prozent (11. KW) gestiegen. Die erhöhte Influenza-Aktivität wird also aktuell überwiegend durch Influenza B verursacht.

Jeder sechste Betroffene muss in Klinik

Die B-Victoria-Linie hat einen Anteil von 95 Prozent an den zirkulierenden B-Viren; sie wird nicht von der üblichen trivalenten Vakzine abgedeckt; ein entsprechender Stamm ist aber in der tetravalenten Vakzine enthalten. Resistenzen gegen Neuraminidase-Hemmer wurden in diesem Jahr nicht gefunden.

In dieser Saison summiert sich die Zahl inzwischen auf 45.207 klinisch-labordiagnostisch bestätigte Fälle seit Oktober.

Zum Vergleich: Bei der starken Grippewelle im Vorjahr waren in dieser Zeit etwa 65.000 labordiagnostisch bestätigte Influenzainfektionen gemeldet worden. In dieser Saison musste etwa jeder sechste Betroffene bisher stationär behandelt werden.

Bislang wurden 110 Todesfälle bei Patienten mit Influenzainfektion an das RKI übermittelt. 45 Prozent der gestorbenen Grippepatienten waren unter 60 Jahre alt, 55 Prozent 60 Jahre oder älter. (eis)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »