Ärzte Zeitung online, 10.03.2017

Robert Koch-Institut

Heftige Grippewelle jetzt schwillt ab

BERLIN. Die Grippewelle hält in Deutschland weiter an, allerdings geht die Zahl der Patienten mit akuten Atemwegserkrankung (ARE) jetzt schon seit vier Wochen zurück, berichtet die AG Influenza am Robert Koch-Institut. Auch die Zahl der wöchentlichen Influenzameldungen nimmt ab, ebenso wie die Influenza-Positivenrate – das heißt, der Anteil von Influenza bei ARE-Patienten. Die Rate ist in der Woche bis zum 3. März (9. KW) im Vergleich zur Vorwoche von 42 auf 32 Prozent weiter gesunken. Die ARE-Aktivität wurde bundesweit auf der vierstufigen Skala von der zweithöchsten Stufe (deutlich erhöht) auf die zweitniedrigste Stufe (geringfügig erhöht) zurückgestuft.

Für die 9. KW wurden 6222 labordiagnostisch bestätigte Influenzainfektionen an das RKI übermittelt (zum Vergleich: 12.187 Fälle waren es in der Vorwoche). Influenza A(H3N2)-Viren sind diesen Winter mit 96 Prozent der am häufigsten identifizierte Influenza-Subtyp. Jeder fünfte Patient mit laborbestätigter Influenza wurde in dieser Saison stationär behandelt.

Seit dem vergangenen Oktober (40. KW) wurden 199 Ausbrüche mit mehr als fünf Influenza-Fällen an das RKI übermittelt, und zwar vor allem in Krankenhäusern (56) und Alten- und Pflegeheimen (21) sowie in Schulen (12), Reha-Einrichtungen (14) und Kindertagesstätten (29). Bislang wurden 465 Todesfälle mit Influenzainfektion an das RKI übermittelt, davon waren 438 Betroffene (94 Prozent) im Alter ab 60 Jahre.

Insgesamt hat der Ausbruch diese Saison früh begonnen und war sehr heftig: Von Oktober bis Anfang März wurden 101.022 Fälle laborbestätigter Influenza gemeldet. In der gesamten Saison 2015/16 waren es 71.086 und beim schweren Ausbruch 2014/15 80.600. Auch wurden 2016/17 viel mehr Todesfälle gemeldet: 465 verglichen mit 225 (2015/16) und 254 (14/15). 94 Prozent der Toten waren diese Saison über 60 (letzten Winter: 79 Prozent). (eis)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Deutsche ernähren sich schlecht

Tödliche Infarkte und Schlaganfälle durch schlechte Ernährung: Deutschland nimmt hier unter den Ländern mit westlichem Lebensstil einen traurigen Spitzenplatz ein. mehr »

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

„Opioide niemals als Add-on-Therapie!“

Für die Dauertherapie bei mittleren bis starken Schmerzen gibt es keine verträglicheren Analgetika als retardierte Opioide, betont Schmerzmediziner Norbert Schürmann. Daneben kritisiert der Schmerzexperte die Fixiertheit auf Morphin. mehr »