Ärzte Zeitung online, 25.01.2018

Robert Koch-Institut

Hoher Anteil an Influenza bei Infektionen

BERLIN. Die Zahl der Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen (ARE) ist bundesweit stabil geblieben. Die ARE-Aktivität ist damit bundesweit geringfügig, berichtet die AG Influenza am Robert Koch-Institut. Allerdings: Nach Stichproben werden bei 41 Prozent der ARE-Patienten Influenza-Viren gefunden. Die Grippewelle hält also weiter an. Das RKI empfiehlt, Risikopersonen ohne Impfschutz noch zu impfen.

In der Woche bis zum 21. Januar (3. KW) wurden 4291 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI gemeldet; seit Beginn der Saison Anfang Oktober waren es 11.103 Fälle einschließlich 27 Toten; 22 der Gestorbenen waren über 60 Jahre alt. Etwa jeder vierte Influenza-Patient musste diesen Winter stationär behandelt werden. Seit Ende des Jahres wurden zudem 20 Ausbrüche mit mehr als fünf Fällen gemeldet, darunter acht Ausbrüche in Krankenhäusern sowie je zwei Ausbrüche in Kindergärten, Betreuungseinrichtungen, Schulen und in privaten Haushalten.

Die trivalenten Influenzavakzinen (TIV) sind gegen die momentan in Deutschland am häufigsten zirkulierenden Grippeviren nur bedingt wirksam, berichtet das RKI weiter. So wurden in dieser Saison bei etwa 60 Prozent der Influenza-Nachweise B-Viren der Yamagata-Linie gefunden. Dieser Subtyp ist nur im quadrivalenten Impfstoff (QIV) enthalten. Bei TIV-geimpften Hochrisikopatienten sollte daher eine Nachimpfung mit QIV erwogen werden. (eis)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wann Bergsteigen fürs Herz schädlich ist – und wann nicht

Forscher haben Studien zu herzkranken Bergsteigern ausgewertet und geben Tipps, was Ärzte bei welcher Krankheit beachten müssen. mehr »

Deutlich mehr Masernfälle in der Europäischen Region

In der Europäischen Region der WHO gab es 2017 eine Zunahme der Masernfälle um 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr. mehr »

Aktionsplan soll Gesundheitskompetenz stärken

Gesundheitsinformationen sind in vielfältiger Form der Bevölkerung heute zugänglich. Doch mit der richtigen Einordnung und Umsetzung hapert es oft. Das soll sich künftig ändern. mehr »