Ärzte Zeitung online, 08.02.2018

Robert Koch-Institut

Aktivität von Influenza ist deutlich erhöht

BERLIN. Die Zahl der Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen (ARE) ist bundesweit stark gestiegen. Die ARE-Aktivität ist damit bundesweit deutlich erhöht, berichtet die AG Influenza am Robert Koch-Institut. Nach Stichproben werden bei 52 Prozent der ARE-Patienten Influenza-Viren gefunden. Die Grippewelle ist damit deutlich angestiegen.

In der Woche bis zum 4. Februar (5. KW) wurden 15.188 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI gemeldet; seit Beginn der Saison Anfang Oktober waren es 37.075 Fälle einschließlich 70 Toten; 56 der Gestorbenen waren über 60 Jahre alt.

Etwa jeder sechste Influenza-Patient musste diesen Winter stationär behandelt werden. Seit Ende des Jahres wurden zudem 84 Ausbrüche mit mehr als fünf Fällen gemeldet, und zwar in Krankenhäusern, Kindergärten und Horten sowie in Betreuungseinrichtungen, Schulen und in privaten Haushalten.

Die trivalenten Influenzavakzinen (TIV) sind gegen die momentan in Deutschland am häufigsten zirkulierenden Grippeviren nur bedingt wirksam, berichtet das RKI. So wurden in dieser Saison bei etwa 72 Prozent der Influenza-Nachweise B-Viren der Yamagata-Linie gefunden. Dieser Subtyp ist nur im quadrivalenten Impfstoff (QIV) enthalten. Bei TIV-geimpften Hochrisikopatienten sollte daher eine Nachimpfung mit QIV erwogen werden. Alle bislang isolierten Viren waren sensitiv gegen Oseltamivir und Zanamivir. (eis)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Infarktgefahr durch schnellen Anstieg von Stickoxiden

Hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft können auch das Herzinfarktrisiko erhöhen. Aber auch ein schneller NO-Anstieg scheint gefährlich zu sein. mehr »

Liebe überwindet geistige Behinderung

Eine Anlaufstelle in Mainz kümmert sich, wenn Menschen mit geistiger Behinderung wegen unerfüllter Sehnsucht nach Lust und Liebe das Herz schwer ist. Anfragen kommen aus ganz Deutschland. Trotzdem droht die Schließung. mehr »

Putzen schadet der Lunge ähnlich wie Rauchen

Schlechte Nachrichten für Sauberkeitsfans: Wer regelmäßig Reinigungsmittel benutzt, schadet seiner Lunge so, als ob man jahrelang raucht. Diesen Effekt fanden Forscher aber nur bei Frauen – doch sie haben dafür eine Erklärung. mehr »