Ärzte Zeitung online, 09.01.2019

Grippeimpfung

Tausende Dosen Grippe-Impfstoff importiert

Trotz Einfuhren aus dem innereuropäischen Ausland ist Grippe-Impfstoff in einigen Bundesländern weiterhin knapp.

Tausende Dosen Grippe-Impfstoff importiert

Allein nach Berlin sind 3000 Dosen des Grippe-Impfstoffs gebracht worden.

© Karl-Josef Hildenbrand / dpa

BERLIN. Deutschland hat wegen des Impfstoffmangels mehrere Tausend Dosen Grippe-Impfstoffe aus dem EU-Ausland importiert. Dennoch gibt es mancherorts weiterhin Versorgungs-Engpässe.

Allein nach Berlin seien 3000 Dosen geordert worden, berichtet eine Sprecherin des dortigen Landesamts für Gesundheit und Soziales. Das Saarland erhielt nach Auskunft der Landesapothekenkammer „sehr kleine Mengen“ Impfstoff aus Polen und Frankreich, dennoch sei nun keiner mehr verfügbar.

Apotheken in Schleswig-Holstein hätten Impfstoffe „im vierstelligen Bereich“ aus dem Ausland – überwiegend aus Großbritannien – bezogen, sagt Frank Jaschkowski, Geschäftsführer der Landesapothekenkammer. „Damit konnten kleinere Versorgungslücken geschlossen werden.“

Geschätzt hätten sich in Schleswig-Holstein einige tausend Menschen wegen des Impfstoffmangels nicht gegen Grippe impfen lassen. In anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gibt es nach Behördenangaben bisher keine größeren Versorgungsprobleme.

Industrie produzierte schon mehr

Für diese Saison hatte das Paul-Ehrlich-Institut 15,7 Millionen Impfstoff-Dosen freigegeben und damit rund eine Million mehr als in der Vorsaison verimpft worden waren.

Nachdem dennoch Engpässe absehbar wurden, hatte das Bundesgesundheitsministerium im November den Import von Grippe-Impfstoffen erlaubt.

Menschen mit besonderem Risiko sollten sich auch jetzt noch impfen lassen – falls in der Region noch Impfstoff vorhanden sei, sagte die Sprecherin des Robert Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher. Zu den Risikogruppen zählen unter anderem chronisch Kranke und Menschen über 60.

Die Grippewelle in der Saison 2017/18 hatte das RKI bereits als stärkste seit Jahren gewertet. Vermutlich starben daran in Deutschland mehr als 20.000 Menschen, vor allem Ältere.

Dies sehen Experten als einen Grund dafür an, dass sich in dieser Saison so viele Menschen impfen ließen. Ein weiterer sei die erstmalige Kassen-Erstattung des Vierfach-Impfstoffs, der als wirksamer gilt als der mit nur drei Komponenten. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »