Ärzte Zeitung, 17.02.2009

Pneumokokken-Impfung: ein Gewinn für chronisch Kranke

Pneumonie- und Sterberate sind bei Geimpften über 65 Jahre reduziert

TARRAGONA (hub). Die Impfung gegen Pneumokokken schützt auch über 65-Jährige mit chronischen Atemwegserkrankungen: Geimpfte erkranken seltener an einer Pneumonie, sie müssen seltener in die Klinik, und die Sterberate durch Pneumonien ist geringer. Das lässt sich aus den Ergebnissen einer aktuellen Studie folgern.

Hat diese Patientin eine Lungenentzündung? Eine Kollegin bei der Auskultation. Die Pneumokokken-Impfung senkt das Pneumonie-Risiko.

Foto: pa

In der spanischen prospektiven Kohortenstudie EVAN-65 mit mehr als 11 000 über 65-jährigen Teilnehmern wurden die Daten von fast 1300 chronisch Atemwegskranken ausgewertet. Etwa 700 von ihnen waren mit einer 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharid-Vakzine (in Deutschland Pneumovax 23®) geimpft worden, etwa 600 Teilnehmer nicht (Vaccine 26, 2008, 1955).

Innerhalb von drei Jahren erkrankten 171 Teilnehmer an einer Lungenentzündung, 22 starben daran. In der geimpften Gruppe war die Erkrankungsrate jedoch um 33 Prozent und die Sterberate um 13 Prozent geringer als bei der ungeimpften. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen war bei den Geimpften 30 Prozent niedriger.

Immer wieder ist die Effektivität des 23-valenten Pneumokokken-Impfstoffs Gegenstand von Diskussionen. So gibt es Studien, in denen keine signifikanten Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften gefunden wurden. Viele Studien jedoch belegen eindeutig positive Effekte. So hatte zum Beispiel eine Gesamtauswertung der EVAN-65-Studie mit über 11 000 Teilnehmern eine Reduktion der Gesamtsterberate um 21 Prozent und der Sterberate durch Lungenentzündungen um 59 Prozent ergeben.

In Deutschland empfiehlt die Impfkommission STIKO, alle über 60-Jährigen mit der Vakzine zu impfen sowie - altersunabhängig - chronisch kranke Patienten. Auch mehrere Fachgesellschaften und Berufsverbände unterstützen diese Empfehlung in einem Positionspapier.

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