Ärzte Zeitung online, 04.08.2010

Initiative will Kinder vor Tod durch Lungenentzündung schützen

UN-Millenniumsziel bis 2015: Reduktion der Todesfälle um zwei Drittel

JOHANNESBURG (eb). GlaxoSmithKline ist der Initiative "Save the Children" und dem WHO-Aktionsplan zur Pneumonieprävention bei Kindern beigetreten. Ziel ist es, die Sterberate durch Lungenentzündungen bei Kindern unter fünf Jahren um zwei Drittel zu senken.

Weltweit sterben jedes Jahr 1,5 Millionen Kinder an einer Lungenentzündung. Das sind mehr als durch Aids, Malaria und Masern zusammen, erinnert das Unternehmen. Betroffen sind primär Kinder in Entwicklungsländern, doch nicht ausschließlich. So seien vor zwei Jahren in Europa über 20 000 Kinder unter fünf Jahren durch eine Pneumonie gestorben.

Die Initiativen "Save the Children" und der WHO Global Action Plan for the Prevention and Control of Pneumonia (GAPP) sollen es ermöglichen, das vierte UN-Millenniumsziel zu erreichen: bis 2015 die Sterberate von Kindern unter fünf Jahren durch Pneumonien um zwei Drittel zu reduzieren - verglichen mit den Zahlen von 1990. Über das "wie" wird derzeit bei einer Tagung in Johannesburg diskutiert. Bei den nötigen Maßnahmen geht es auch um Impfungen gegen Keuchhusten, Hib und Pneumokokken sowie eine ausreichende Ernährung, die Muttermilch und Zinkaufnahme beinhaltet.

"Impfungen sind ein Schlüssel in der Strategie, Lungenentzündungen einzudämmen", sagte GAPP-Mitarbeiter Professor Mathuram Santosham. "Leider gibt es eine große Ungleichheit zwischen den Regionen, in denen die Kinder an Pneumonien sterben, und jenen, wo effektive Impfstoffe routinemäßig genutzt werden." Diese Lücke müsse geschlossen werden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »