Ärzte Zeitung, 18.11.2010
 

England: Impfen senkt Rate von Pneumonien deutlich

Mit Pneumokokkenschutz ein fünftel weniger schwere Pneumonien bei Kindern

NEU-ISENBURG (eis). Nach Einführung der Pneumokokken-Impfung für Säuglinge ist in England bei Kindern die Rate von Klinikeinweisungen wegen bakterieller Pneumonien insgesamt um 19 Prozent zurückgegangen, hat eine Studie ergeben. Die Rate der gefährlichen Empyeme sank um 22 Prozent.

England: Impfen senkt Rate von Pneumonien deutlich

Pneumokokken: Die Keime sind die häufigsten Verursacher bakterieller Pneumonien.

© Wyeth

In der Studie wurden Daten aus englischen Kliniken zu Einweisungen von Kindern im Alter unter 15 Jahren mit bakteriellen Pneumonien oder Empyemen zwischen 1997 und 2008 miteinander verglichen (Thorax 2010; 65: 770). Danach stieg die Rate bakterieller Pneumonien zunächst von 1022 pro 1 Million Kinder im Jahr 1997 auf 1335 im Jahr 2006.

Ende 2006 wurde die siebenvalente Pneumokokken-Impfung eingeführt. Bis zum Jahr 2008 fiel dann die Rate auf 1079 pro eine Million Kinder deutlich. Gleichzeitig sank die Rate der Empyeme zwischen 2006 und 2008 von 18 auf 14 pro eine Million Kinder.

Pneumokokken gelten als die häufigsten Erreger von bakteriellen Pneumonien und von Empyemen als Pneumonie-Komplikationen. In den USA waren vier Jahre nach Einführung der Impfung die Pneumonie-Raten bei Kindern im Alter bis zwei Jahre um 39 Prozent reduziert worden.

Die Daten aus England bestätigen die Wirksamkeit der Impfung und deuten zudem auf eine Herdenimmunität bei hohen Impfraten: Nicht nur bei den Impflingen, sondern auch bei älteren Kindern gingen die Pneumonie-Raten nach Einführung der Impfung deutlich zurück.

Durch die stärkere Verbreitung des Impfschutzes sowie durch Einführung des 13-valenten Impfstoffs - der gegen weitere Pneumokokken-Serotypen schützt - sind in Zukunft weitere Reduktionen bei bakteriellen Pneumonien zu erwarten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »

Inhalatives Steroid bei Kindern – Keine falsche Zurückhaltung!

Die Angst vor Frakturen sollte bei asthmakranken Kindern kein Grund gegen die Kortisoninhalation sein. Zurückhaltung könnte sogar den gegenteiligen Effekt haben. mehr »

Ibuprofen plus Paracetamol so effektiv wie Opioide

Es müssen keine Opioide sein: OTC-Analgetika wirken bei Schmerzen in den Gliedmaßen ähnlich gut wie Opioide, so eine US-Studie. mehr »