Ärzte Zeitung, 06.09.2013

Legionellen

Minister fordert Regeln für Klimaanlagen

DÜSSELDORF. Nach dem beispiellosen Legionellen-Ausbruch im Sauerland fordert NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) neue Vorschriften für Kühl- und Klimaanlagen.

Solche Anlagen verstäubten Wasser so fein, dass sie auch Legionellen verbreiten könnten, wenn sie nicht regelmäßig gewartet würden, sagte Remmel dem Radiosender WDR 5. "Ich halte es für notwendig, hier zu Regelungen zu kommen", so der Minister.

In Warstein waren mehr als 150 Menschen erkrankt, zwei Männer starben. Die Legionellen gelangten nach ersten Erkenntnissen aus einer Kläranlage in den Fluss Wester und von dort in die Kühlanlage eines Industriebetriebs.

Die Kühlanlage verteilte die für die Lunge gefährlichen Bakterien weiträumig. Sie sind nur dann gefährlich, wenn sie beim Einatmen in die Lunge gelangen.Remmel ordnete an, dass alle Kläranlagen in NRW, die der in Warstein technisch ähnlich sind, überprüft werden. Es gehe um etwa 20 Anlagen, sagte er auf WDR 5.

Unter die Lupe genommen werden drei Komponenten, die in Warstein für die Vermehrung der Erreger in der Kläranlage verantwortlich sein könnten - die relativ hohe Wassertemperatur, die technisch überholte Belüftung an der Oberfläche und sogenannte Tropfkörper.

"Wir lassen alle Anlagen untersuchen, die auch nur ein Merkmal von diesen drei beinhalten", sagte Remmel. Nach dem Abschalten der verdächtigen Kühlanlage ging die Welle der Legionellen-Infektionen wie erwartet zurück.

Für eine Entwarnung sei es aber immer noch zu früh, sagte ein Sprecher des zuständigen Kreises Soest am Donnerstag. (dpa)

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