Ärzte Zeitung, 25.09.2013
 

Warstein

Legionellen fordern drittes Todesopfer

WARSTEIN. Der Legionellen-Ausbruch in Warstein hat ein drittes Todesopfer gefordert. Die Obduktion einer im August in Warstein nach einer Lungenentzündung gestorbenen 62-Jährigen habe ergeben, dass auch sie mit den Bakterien infiziert gewesen sei, sagte Staatsanwalt Marco Karlin am Dienstag.

Die Frau sei nach Auskunft des Gerichtsmediziners erheblich vorbelastet gewesen. "Ohne die Legionellen-Infektion würde sie aber noch leben." Bisher waren man davon ausgegangen, dass zwei Männer an den Legionellen-Infektionen gestorben sind. Mehr als 160 Menschen waren erkrankt.

Der Ursprung der Infektionen mit Legionellen in der Kleinstadt im Sauerland bleibt weiter unklar. Das Bier der Warsteiner Brauerei ist jedenfalls nicht mit Legionellen belastet, hat das Düsseldorfer Umweltministerium am Montag noch einmal bestätigt.

Keine Legionellen im Warsteiner

Weil die Abwasser-Aufbereitungsanlage der Brauerei hoch mit den Keimen belastet war, waren Bier-Proben aus der Produktion sowie vom Brau- und Frischwasser untersucht worden.

Dabei hätten die Experten vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe keinerlei Belastung mit Bakterien oder Legionellen festgestellt.

"Wir freuen uns, dass die Unbedenklichkeit unserer Produkte erwartungsgemäß nun auch noch einmal von einer staatlichen Stelle bestätigt worden ist", sagte ein Brauereisprecher.

Unterdessen geht die Suche nach der Ursache für die Legionellen-Infektionswelle in Warstein weiter. Legionellen kommen im Wasser vor. Die Bakterien sind für den Menschen ungefährlich, solange sie nicht eingeatmet werden.

In Warstein wurden die Krankheitserreger vermutlich durch die Kühlanlage einer Firma in kleinsten Wassertröpfchen in der Umgebung verteilt und von den Erkrankten eingeatmet.

Die Bakterien wurden daneben nicht nur in einem Vorklärbecken der Warsteiner Brauerei entdeckt, sondern auch in einer Kläranlage des Ruhrverbandes. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »

Inhalatives Steroid bei Kindern – Keine falsche Zurückhaltung!

Die Angst vor Frakturen sollte bei asthmakranken Kindern kein Grund gegen die Kortisoninhalation sein. Zurückhaltung könnte sogar den gegenteiligen Effekt haben. mehr »

Ibuprofen plus Paracetamol so effektiv wie Opioide

Es müssen keine Opioide sein: OTC-Analgetika wirken bei Schmerzen in den Gliedmaßen ähnlich gut wie Opioide, so eine US-Studie. mehr »