Ärzte Zeitung online, 12.05.2014
 

MERS-CoV

Mundschutz für Kamel-Arbeiter in Saudi-Arabien

Die Zahl der MERS-Infizierten in Saudi-Arabien steigt weiter. Die Behörden empfehlen nun Vorsicht im Umgang mit Kamelen.

RIAD. Vorsicht vor Kamelen: Die Regierung in Saudi-Arabien mahnt angesichts der zunehmenden Verbreitung des neuen Coronavirus MERS zur Vorsicht im Umgang mit Kamelen. Das Gesundheitsministerium verzeichnete am Montag auf seiner Website landesweit 142 Todesopfer. 483 Menschen haben sich in dem Königreich demnach seit dem Auftauchen des Erregers im September 2012 infiziert.

Wie die amtliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Erklärung des Agrarministeriums berichtete, wurde das "Middle East Respiratory Syndrome-Coronavirus" (MERS-CoV) auch in den Atemwegen von Kamelen nachgewiesen.

Das Ministerium rate daher allen, sich von den Tieren fernzuhalten. Wer allerdings mit Kamelen arbeite, solle Mundschutz und Handschuhe tragen. Kamelfleisch und Milch müssten vor dem Verzehr gut abgekocht werden, heißt es weiter. (dpa)

[19.05.2014, 14:54:56]
Dr. Horst Grünwoldt 
Vosicht Kamele!
Haben die Epidemiologen denn inzwischen auch schon "das schwere Atemwegs-Syndrom" MERS als Krankheit bei den arabischen Dromedaren festgestellt? Jedenfalls sind es wieder mal Tiere in der Umgebung von Menschen, die als Ansteckungs-Quelle herhalten müssen!
Normalerweise sind doch potentielle Krankheitserreger, insbesondere Viruspartikel als Zellbestandteile, tierartspezifisch angepaßt ("species-born") und können nicht ohne weiteres auf Menschen "überspringen".
Oder handelt es sich hier schlicht um die Rückübertragung des humanen Coronavirus vom Tier auf den Menschen?
Um das festzustellen, genügt aber nicht ein bloßer Antikörper-oder PCR-Test der Nasen-Tupfer-Schleimproben vom "Sündenbock" Kamel.
Bei der hygienischen Empfehlung für Kameltreiber/-reiter, doch besser bei der Arbeit einen Mundschutz zu tragen, dürften die Touaregs in der Sahara mit ihrer Vermummung schon Vorsorge getroffen haben.
Ob gleiches auch bei den Arabern praktisch durchzusetzen sein wird, dürfte bezweifelt werden.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

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