Ärzte Zeitung online, 07.07.2015

Mers

Reisende tragen Infektion auf die Philippinen

Mers ist jetzt auch auf den Philippinen aufgetaucht. Mindestens zwei Menschen haben den gefährlichen Erreger in das asiatische Land eingeschleppt. Beide waren zuvor in Saudi-Arabien.

MANILA. Auf den Philippinen ist bei einem Mann die schwere Atemwegserkrankung Mers nachgewiesen worden.

Der 36-jährige Ausländer sei nach seiner Rückkehr aus Dubai und Saudi-Arabien am 2. Juli mit Symptomen in ein Krankenhaus gekommen, berichtete das Gesundheitsministerium am Montag in Manila.

Ein zweiter Patient mit Grippe-Anzeichen, der mit dem 36-Jährigen Kontakt hatte, stehe unter Beobachtung. Typische Symptome des Middle East Respiratory Syndrome (Mers) sind unter anderem Fieber, Atemprobleme und Lungenentzündung.

Es war nach Angaben von Gesundheitsministerin Janette Garin bereits der zweite Mers-Fall in dem asiatischen Land.

Im Februar war eine schwangere Krankenschwester infiziert aus Saudi-Arabien zurückgekehrt. Sie habe sich völlig erholt, sagte die Ministerin.

Der Erreger Mers-CoV wurde 2012 erstmals nachgewiesen. Er kursiert wahrscheinlich schon seit vielen Jahren auf der arabischen Halbinsel und hat sich von dort verbreitet.

Zuletzt tauchte das Virus verstärkt in Südkorea auf - dort starben seit Mai mindestens 33 Menschen.

Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation inzwischen mehr als 1350 bestätigte Mers-Fälle erfasst. Die Dunkelziffer dürfte allerdings um ein Vielfaches höher liegen. Eine zugelassene vorbeugende Impfung oder eine gezielte Therapie gibt es bislang nicht.

Der Erreger wurde nach bisheriger Erkenntnis schon seit etlichen Jahren unerkannt von Kamelen auf Menschen übertragen. Er gehört zu den Coronaviren, zu denen auch das Sars-Virus zählt. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »