Ärzte Zeitung, 27.01.2004

FUNDSACHE

Durchfall-Diagnostik mit duftendem Pfiff

Gase, die dem Darm entweichen, können mehr, als empfindliche Nasen mit unangenehmen Gerüchen zu quälen: Sie taugen zur Diagnostik bei infektiösen Diarrhoen, haben Forscher aus Bristol herausgefunden.

Und zwar untersuchten sie bei 35 Patienten mit Durchfall - die Ursache der Diarrhoe war zuvor durch eine mikrobiologische Untersuchung bestimmt worden - die Dämpfe, die von Stuhlproben der Patienten aufstiegen (Gut 53, 2004, 58).

Die Gase wurden mit Gaschromatographie und Massenspektroskopie in ihre Bestandteile zerlegt. Und siehe da: Bei Patienten mit Clostridium difficile im Darm enthielten die Gase viel Furan und 3-Methylindol. Hatte sich etwa Campylobacter jejuni breit gemacht, fehlten Hydrokarbone und Terpene in der Gasprobe.

Dieses Wissen sollte sich doch für eine schnelle und billige Durchfalldiagnostik nützen lassen - vorausgesetzt, es gelingt, ein Gerät zum Einfangen von entweichenden Winden zu entwickeln. (sko)

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