Ärzte Zeitung online, 07.07.2009

Norovirus auf Kreuzfahrtschiff - Ein Mann an Herzinfarkt gestorben

LONDON (dpa). Auf einem Kreuzfahrtschiff der Bremer Reederei Transocean Tours ist das Norovirus ausgebrochen. 54 Passagiere und 22 Besatzungsmitglieder der "Marco Polo" seien an dem Magen-Darm-Keim erkrankt, sagte Reedereisprecher John Will am Dienstag. Ein 74 Jahre alter Passagier habe "unabhängig von der Viruserkrankung" einen Herzinfarkt erlitten und sei am Montag gestorben (wie berichtet).

Dies hätten die Behörden bestätigt. Der Mann habe chronische Herz- und Atembeschwerden gehabt.

Die "Marco Polo" war am Samstag zu einer Rundreise um Großbritannien mit 769 Passagieren gestartet. Deutsche Reisende seien nicht an Bord, sagte Will. Die "Marco Polo" liegt derzeit im schottischen Hafen Invergordon. Eine Quarantäne sei nicht verhängt worden. Die etwa zehntägige Reise soll nach Angaben Wills fortgesetzt werden, allerdings nur nach Rücksprache mit den britischen Behörden.

Erste Symptome einer Brechdurchfall-Erkrankung seien am Montagmorgen an Bord bekannt geworden, sagte Will. Daraufhin sei sofort die britische Gesundheitsbehörde eingeschaltet worden. Derzeit werde zusätzliches Personal an Bord genommen, um die Erkrankten entsprechend zu betreuen. Das Leben auf dem Schiff habe sich allerdings verändert. So seien beispielsweise die Selbstbedienungsrestaurants vorerst geschlossen. Passagiere, die keine Krankheitssymptome zeigten, könnten sich frei bewegen und auch Landgänge unternehmen. Die "Marco Polo" kann maximal 850 Passagiere an Bord nehmen und fährt mit 340 Besatzungsmitgliedern.

Lesen Sie auch:
Noroviren verbreiten sich auch über Aerosole

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Asthma – oder nur zu dick?

Wenn keuchende, schwer übergewichtige Patienten in der Praxis über "Asthma" klagen, ist Vorsicht geboten. Denn oft sind die Symptome kein pneumologisches Problem. mehr »

Warum Patienten aggressiver werden

Dass Patienten Ärzte verbal angreifen und bedrohen, kommt in Deutschland immer häufiger vor. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vielerorts wappnen sich Mediziner in Praxen und Kliniken gegen die stärker aufkommende Gewalt. mehr »

So berechnen Ärzte den Wirtschaftlichkeitsbonus ihrer Praxis

Die Berechnung des Laborbonus ist nicht ganz einfach zu durchschauen. Aber wer sich damit beschäftigt, kann die Leistungen so zu steuern, dass der Bonus weitgehend erhalten bleibt. Unser Abrechnungsexperte gibt Tipps. mehr »