Ärzte Zeitung, 17.03.2011

In Haiti sterben tausende Menschen weiter an Cholera

NEU-ISENBURG (eis). Während der Blick der Weltöffentlichkeit jetzt auf Japan gerichtet ist, setzt sich das Sterben in Haiti fort. Die nach dem Erdbeben im vergangenen Jahr ausgebrochene Cholera-Epidemie ist dabei offenbar viel schlimmer, als bisher angenommen.

In Haiti sterben tausende Menschen weiter an Cholera

Versorgung von Cholera-Patienten in Haiti: Für dieses Jahr erwartet die UN tausende Tote.

© dpa

Zwischen Oktober und Dezember 2010 sind nach UN-Angaben etwa 150.000 Menschen auf der Insel an Cholera erkrankt und 3500 gestorben, berichtet BBC online.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass bei der Epidemie insgesamt etwa 400.000 Menschen an der Seuche erkranken werden. Forscher der Universität von San Francisco zweifeln diese Zahlen an, sie seien grobe Schätzungen aufgrund der Annahme, dass sich zwei bis vier Prozent der zehn Millionen Einwohner mit Cholera infizieren würden (Lancet online 16. März).

Die US-Forscher haben auf Basis der kontaminierten Wasserversorgung sowie der Immunität in der Bevölkerung eine eigene Rechnung aufgestellt.

Danach könnten 779.000 Erkrankungen und 11.100 Todesfälle bis Ende November auftreten. Tausende Menschen könnten gerettet werden, wenn sauberes Wasser, Impfungen und ausreichend Antibiotika bereitgestellt würden, so die Forscher.

Aktuelle Zahlen zur Situation gibt die WHO: Danach waren bis Mitte März 252.640 Menschen an Cholera erkrankt und 4672 gestorben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis wurden erneut exzellente deutsche pharmakologische Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »