Ärzte Zeitung online, 22.08.2017

Reisemedizin

Zunahme von Cholera-Fällen in Kenia

In Kenia ist das Infektionsrisiko für Cholera gestiegen. Bei Reisen ist die Impfung zu erwägen.

DÜSSELDORF. In Kenia sind dieses Jahr bereits über 1200 Menschen an Cholera erkrankt, 14 Betroffene sind daran gestorben. Im Juli wurden aufgrund mehrerer Erkrankungen sogar zwei Hotels in der Hauptstadt Nairobi vorübergehend geschlossen, berichtet das CRM Centrum für Reisemedizin in einer Mitteilung. Bereits seit Dezember 2014 nehmen die Erkrankungszahlen wieder zu. Das CRM empfiehlt Reisenden, sorgfältig auf Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene zu achten. Für Risikogruppen sei derzeit auch eine Impfung gegen Cholera sinnvoll.

In Kenia kam es seit Dezember 2014 immer wieder zu größeren Ausbrüchen von Cholera: Im Jahr 2015 wurden 10.568 Fälle registriert, 2016 waren es 6448 Erkrankungen. Derzeit sind insbesondere die Bezirke Kisumu, Garissa, Machakos und Nairobi betroffen. "Aktuell sind auch in zwei Hotels und auf einem Kongress in Nairobi 136, beziehungsweise 146 Cholera-Fälle gemeldet worden", wird Professor Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM, in der Mitteilung zitiert. Auch Restaurants seien zunehmend betroffen. "Damit ist das Infektionsrisiko auch für Reisende deutlich gestiegen", so Jelinek.

Für Schwangere, Kinder, Rucksacktouristen und Menschen mit Immunschwäche sei eine Impfung besonders empfehlenswert, betont der Reisemediziner. Denn diese Risikogruppe trüge ein erhöhtes Risiko für schwere, lebensbedrohliche Verläufe im Fall einer Infektion. Für Kinder ist die orale Impfung ab dem Alter von zwei Jahren möglich. Der Impfstoff bietet zudem einen Schutz gegen Reisedurchfall, der durch enterotoxische Escherichia coli (ETEC) bedingt ist.

Das CRM rät Reisenden dazu, kein Leitungswasser, sondern ausschließlich abgefülltes Wasser zu trinken. Rohe, ungeschälte Früchte, Gemüse und Salate, bereits geöffnete Säfte und Eiscreme, ebenso wie nicht durchgegarte Fleisch- oder Fischgerichte sollten gemieden werden. Häufiges Händewaschen und Desinfizieren hilft, das Infektionsrisiko zu senken. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hepatitisviren lauern auf Fingernägeln und Nagelscheren

HBV-Infizierte sollten ihre Nagelscheren nicht mit anderen teilen – offenbar besteht ein Infektionsrisiko. Auch bei Zahnbürsten und Rasierapparaten gilt Vorsicht. mehr »

Aktionsplan soll Gesundheitskompetenz stärken

Gesundheitsinformationen sind in vielfältiger Form der Bevölkerung heute zugänglich. Doch mit der richtigen Einordnung und Umsetzung hapert es oft. Das soll sich ändern. mehr »

Infarktgefahr durch schnellen Anstieg von Stickoxiden

Hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft können unter anderem das Herzinfarktrisiko erhöhen. Aber auch ein schneller NO-Anstieg scheint gefährlich zu sein. mehr »