Ärzte Zeitung online, 25.04.2018

Welt-Malaria-Tag

Malaria-Bekämpfung kommt nicht voran

Auch wenn die Malaria-Impfung nun erfolgreich in Afrika eingesetzt wird, stockt der weltweite Kampf gegen die Krankheit – so die WHO. Es geht ums Geld.

Malaria-Bekämpfung kommt nicht voran

Stechmücken (Anopheles) übertragen Malaria; in Afrika wird eine Impfung erstmals eingesetzt.

© mycteria / stock.adobe.com

GENF. Nach jahrelangen Erfolgen im Kampf gegen die Malaria sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am heutigen Welt-Malaria-Tag keinen Grund zum Feiern. Zwar wird in diesem Jahr in drei Ländern Afrikas erstmals eine Impfung gegen Malaria eingesetzt, wie der Leiter des WHO-Malaria-Programms, Pedro Alonso, am Dienstag in Genf sagte.

Vorteile des kostenlosen LogIns

Auf unserer Webseite finden Sie tagesaktuelle Informationen aus den Themenbereichen Gesundheitspolitik, Medizin und Wirtschaft.

Über ein kostenloses LogIn erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile:

  • Mehr Analysen, Hintergründe und Infografiken
  • Exklusive Interviews
  • Praxis-Tipps zur Abrechnung und Organisation
  • Alle medizinischen Berichte lesen
  • Kommentare lesen und schreiben

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt. Weitere Infos und zum Login.

Kampagnen gebe es in Kenia, Ghana und Malawi. Aber schnelle Erfolge seien bei diesem ersten Einsatz nicht zu erwarten. Weltweit fehlte das Geld, um die Zahl der Fälle weiter zu drücken. "Wir sind sehr besorgt."

Problem sei nicht die Resistenz der Parasiten gegen Malaria-Mittel, betonte Alonso. Die Sorge sei da, aber selbst in Südostasien, wo Resistenzen existierten, gebe es effiziente Mittel für die Behandlung von Patienten. Vielmehr fehle Geld. "Wir brauchen mehr Mittel von den Geberländern und den betroffenen Ländern und wir brauchen bessere Werkzeuge, um Malaria nachzuweisen und zu behandeln", sagte Alonso.

WHO-Ziel verfehlt?

In vielen afrikanischen Ländern gebe es deshalb nicht genügend Moskitonetze, und nicht alle Infizierten könnten behandelt werden. Dort erhielten 70 Prozent der Schwangeren nicht die empfohlenen Medikamente, um eine Ansteckung ihrer ungeborenen Kinder zu vermeiden.

Die WHO gab 2015 das Ziel aus, 5,5 Milliarden Dollar im Jahr im Kampf gegen Malaria einzusetzen. Es komme aber nur gut die Hälfte zusammen, so Alonso.

In mehreren Ländern seien Rückschritte zu verzeichnen, vor allem südlich der Sahara, wo 90 Prozent der Fälle vorkämen. Darunter sind Nigeria, der Kongo, Uganda, Tansania und Mosambik. Auch in Venezuela gebe es einen massiven Anstieg der Fälle, weil der Kampf gegen Malaria dort nachgelassen habe.

Steigende Malaria-Fälle

Weltweit stieg die Zahl der Erkrankungen 2016, wie aus dem Malaria-Report von November 2017 hervorgeht. In 91 Ländern stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr um fünf auf 216 Millionen, die Zahl der Todesfälle blieb mit 445 000 in etwa gleich. Für 2017 liegen noch keine endgültigen Zahlen vor.

Bis 2015 ging die Zahl der Fälle nach WHO-Angaben innerhalb von 15 Jahren weltweit um 37 Prozent zurück, die Mortalitätsrate sank um 60 Prozent. Bis 2030 soll die Zahl neuer Infektionen und die Zahl der tödlichen Verläufe bei Infizierten um 90 Prozent gesenkt werden. (dpa)

Topics
Schlagworte
Malaria (14)
Innere Medizin (36163)
Organisationen
WHO (3298)
Krankheiten
Infektionen (4708)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

O-Saft senkt das Gicht-Risiko - und hält schlank

Vom Saulus zum Paulus: Galten Fruchtsäfte einst als gesunde Getränke, verbannen heute sogar manche Schulen die süßen Säfte. Forscher brechen jetzt eine Lanze für Orangensaft. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »

Prä-Op-Leistungen - Und wer zahlt jetzt das Labor?

Wenn eine Leistung in der anderen enthalten ist, kann sie nicht gesondert abgerechnet werden. Diese Regelung greift unter anderem beim präoperativen Labor. Die Laborreform ändert daran nichts. mehr »