Ärzte Zeitung, 06.05.2013

Kommentar zu Handschuhen

Handschuhe: Lästige Pflicht?

Von Robert Bublak

Ein Paar Einmalhandschuhe ist schon für ein paar Cent zu haben. Billiger als eine Infektion, die sich Patienten im Klinikbett zuziehen, ist das allemal. Denn die kostet im schlimmsten Fall das Leben.

Laut einer US-Studie lässt sich das Risiko für nosokomiale Infektionen um ein Viertel senken, wenn Ärzte und Pflegende etwa während der Erkältungszeit verpflichtet werden, vor jedem Patientenkontakt neue Einmalhandschuhe überzustreifen.

Die Zahl der Patienten, die sich im Krankenhaus eine Pneumonie holten, ging sogar um 80 Prozent zurück. Das galt zwar hauptsächlich für schwerkranke Kinder auf pädiatrischen Intensivstationen.

Doch dass Handschuhe davor schützen können, krankmachende Erreger auf Patienten zu übertragen, dürfte unabhängig vom jeweiligen medizinischen Umfeld einleuchten.

Bemerkenswert an den Resultaten ist denn auch vor allem, dass die Infektionen zunahmen, nachdem die Handschuhpflicht der grassierenden Schweinegrippe wegen zeitlich ausgeweitet worden war.

Die Vermutung, der einen oder dem anderen sei das häufige Handschuhwechseln auf die Dauer lästig geworden, dürfte nicht weit neben der Wahrheit liegen. Das Richtige zu erkennen und das Rechte zu tun, sind eben zwei Paar Schuhe - und seien es Handschuhe.

Lesen Sie dazu auch:
Nosokomiale Infektionen: Wie der Handschuhzwang hilft

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