Ärzte Zeitung, 21.11.2016
 

Krankenhaus-Studie

Multiresistente Enterobakterien weit verbreitet

BRAUNSCHWEIG. Forscher des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) haben in 455 Krankenhäusern von 36 europäischen Ländern nach antibiotikaresistenten Keimen gesucht. 2703 Isolate wurden dabei auf Carbapenemase-Produzenten untersucht, teilt das DZIF mit.

Ergebnis: In 85 Prozent der Isolate wurden Klebsiella pneumoniae nachgewiesen, in 15 Prozent E. coli. Sowohl unter den Klebsiellen als auch bei E. coli waren Carbapenemase-Produzenten verbreitet: Bei den resistenten Klebsiellen zeigten 71 Prozent diese Resistenz.

Das heißt: Drei von vier Isolaten konnte das Carbapenem-spaltende Enzym herstellen, bei E. coli waren es auch immerhin 40 Prozent (Lancet Infect Dis 2016, online 17. November). Besonders gefährlich: Der Resistenzmechanismus ist auf andere Bakterien übertragbar.

Dabei variierte das Vorkommen stark von Land zu Land: In Deutschland waren nur 0,5 von 10.000 Krankenhauspatienten mit den resistenten Keimen besiedelt oder infiziert, in einigen Mittelmeerländern und auf dem Balkan war die Rate mehr als 10-mal so hoch. Und: Viele Carbapenemase-Produzenten waren auch gegen andere "Reserveantibiotika" wie Colistin resistent. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bariatrische Chirurgie rückt Bluthochdruck zu Leibe

Adipöse Hypertoniker konnten in einer Studie nach bariatrischer Chirurgie ihre antihypertensive Medikation reduzieren. Die Hälfte erreichte sogar eine Remission des Bluthochdrucks. mehr »

Droht uns jetzt eine Staatskrise?

Jamaika gescheitert, politisches Vakuum in Berlin. Am Beispiel der Gesundheitspolitik lässt sich zeigen, warum das noch keine Krise ist. mehr »

Das müssen Ärzte beim Impfen beachten

Allergische Reaktionen sind eine Kontraindikation für eine erneute Anwendung des Impfstoffs. Ist eine weitere Impfung dennoch nötig, sollten Ärzte diese Tipps beherzigen. mehr »