Ärzte Zeitung online, 28.04.2009

Weiterer Schweinegrippe-Verdachtsfall in Israel

JERUSALEM (dpa). Nach einem ersten bestätigten Schweinegrippe-Fall besteht in Israel bei einem weiteren männlichen Patienten der Verdacht auf Schweinegrippe. Der 47 Jahre alte Mann war mit Kopfschmerzen und Übelkeit am Sonntag aus Mexiko zurückgekehrt und in einem Krankenhaus in Kfar Sava in Quarantäne genommen worden.

Das israelische Gesundheitsministerium rief die Bevölkerung auf, auf alle nicht notwendigen Reisen nach Mexiko zu verzichten. Die Israelis sollten außerdem weiterhin auf die persönliche Hygiene achten. Auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv werden aus Mexiko ankommende Reisende vor der Schweinegrippe gewarnt und aufgefordert, auf ihren Gesundheitszustand zu achten.

Nach den Worten des stellvertretenden Gesundheitsministers Jaakov Litzman hat Israel ausreichend Vorräte an dem Medikament Tamiflu®, um 18 Prozent der rund 7,4 Millionen Israelis zu behandeln. Litzman gehört der strengreligiösen Partei Vereinigtes Tora-Judentum an. Der ultra-orthodoxe Vizeminister hatte am Montag statt des Begriffes Schweinegrippe das Wort Mexiko-Grippe verwendet. Das Schwein gilt in der jüdischen Religion ähnlich wie im Islam als unrein. Gläubige Juden essen kein Schweinefleisch. In den Zeitungen der Strenggläubigen wird das Wort Schwein vermieden.

An der Tel Aviver Börse feierten einige Biotech-Firmen ein wahres Kursfeuerwerk. Der Kurs von BiondVax, das Anti-Grippe-Medikamente entwickelt, sei beispielsweise am Montag um 211,1 Prozent gestiegen, berichtete das israelische Wirtschaftsmagazin "Globes.online".

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