Ärzte Zeitung online, 04.05.2009

Bundesamt: Krisenkommunikation nach Pandemie-Übung verbessert

BONN (dpa). Aus den Ergebnissen der bundesweiten Pandemie-Übung "Lükex 2007" sind nach Angaben der zuständigen Behörde inzwischen einige Konsequenzen gezogen worden. So seien zum Beispiel Konzepte zur Krisenkommunikation verbessert worden, teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Montag in Bonn mit.

Außerdem gebe es nun ein standardisiertes Meldewesen für den Bevölkerungsschutz. Dieses lege fest, welche Stellen auf Bundes- und Landesebene bei einem Ereignis informiert werden müssen und ab welcher Größenordnung dies geschieht, erläuterte eine Sprecherin.

Ziel der Übung sei es gewesen, "Schwachstellen zu entdecken und Defizite aufzuarbeiten", erklärte das BBK. Insofern sei "Lükex 2007" erfolgreich verlaufen.

Das Magazin "Focus" hatte unter Berufung auf ein Geheimpapier des BBK berichtet, bei der Übung seien etliche "Schwachstellen", "Defizite" und "Missverständnisse" zutage getreten. So seien die übenden Krisenstäbe teilweise unfähig gewesen, Entwicklungen vorherzusagen und "vorausschauende strategische Entscheidungen" zu fällen. Bedrohliche Szenarien seien "zum Teil unterschätzt" worden.

Bei "Lükex 2007" hatten Behörden von Bund und Ländern im November 2007 den Ausbruch einer Supergrippe mit 27 Millionen Erkrankten und mehr als 100 000 Toten simuliert. Abschließend hieß es, das Krisenmanagement habe sich "uneingeschränkt bewährt".

Anders als im Magazin-Bericht dargestellt treffe es nicht zu, dass Behörden des Bundes und einzelner Länder die Übung vorzeitig beendet hätten, betonte das BBK. Lediglich das Bundesland Hamburg habe seine Teilnahme aufgrund einer tatsächlichen Sturmflutwarnung am zweiten Tag abbrechen müssen.

Das BBK betonte, "Lükex" - die Abkürzung steht für "Länderübergreifendes Krisenmanagement Exercise" - sei "insgesamt ein sehr komplexes und offenes System" mit einer Vielzahl von Beteiligten.

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