Ärzte Zeitung, 15.05.2009

Schweinegrippe - weiter aufmerksam bleiben!

RKI-Präsident zieht für die "Ärzte Zeitung" eine Zwischenbilanz

BERLIN (hub). Noch gibt es keinen Anlass zur Entwarnung bei der Schweinegrippe. Die Erkrankungszahlen steigen weiter. Der Erreger, ein H1N1-Virus, ist sehr wandlungsfähig, sonst wäre er auch nicht so gut von Mensch zu Mensch übertragbar. "Das macht uns schon Sorgen", sagt Professor Jörg Hacker, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Schweinegrippe - weiter aufmerksam bleiben!

Foto: GSK / www.fotolia.de

Weltweit gibt es mittlerweile um 8000 bestätigte Erkrankungen durch das neue H1N1-Virus. Befürchtungen, dass es zu einer echten Pandemie kommt, haben sich bisher nicht erfüllt. "Es ist wichtig, weiter wachsam zu sein", warnt Hacker im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

"Wir haben das Geschehen weiter im Blick. Noch können wir keine Entwarnung geben." So wird das Surveillance-Programm in Deutschland auch über den Sommer hinweg weiter geführt. Dabei wird das RKI von Ärzten der Arbeitsgemeinschaft Influenza mit Informationen und gegebenenfalls mit Proben von Patienten versorgt. Hacker erinnert in diesem Zusammenhang an die seit kurzem bestehende Meldepflicht von Verdachtsfällen auf Schweinegrippe.

Der oberste Seuchenbekämpfer in Deutschland zieht eine positive Bilanz der bisher ergriffenen Maßnahmen gegen eine Pandemie. "National haben sich die Vorarbeiten bewährt. Das Zusammenwirken auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene war erfolgreich."

Sorgen bereiten Hacker die vielen Wissenslücken, die es noch immer zu dem neuen Virus gibt. So ist noch immer nicht klar, wo das Virus herkommt. Auch zu den Übertragungsraten und -bedingungen gebe es noch viel zu lernen. Dass bisher noch keine Resistenzen des Virus gegen Neuraminidasehemmer beobachtet wurden, verbucht Hacker auf die Habenseite.

Lesen Sie dazu auch:
"Wir beginnen erst, die neue Situation zu verstehen"
Über 60-Jährige kaum krank durch Schweinegrippe

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