Ärzte Zeitung online, 09.06.2009

Höchste Alarmstufe bei Mexikanischer Grippe (Schweinegrippe) rückt näher

GENF(dpa). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet wegen der Ausbreitung der Mexikanischen Grippe (Schweinegrippe) bald mit der höchsten Pandemie-Alarmstufe. Das erklärte der WHO-Generaldirektor für Gesundheitssicherheit und Umwelt, Keiji Fukuda, am Dienstag vor Journalisten in Genf. "Wir sind sehr nahe daran, eine Pandemie auszurufen", sagte Fukuda mit Blick auf Ausbreitung der Infektion in Australien, wo es derzeit mehr als 1000 bestätigte Fälle gibt.

Derzeit hält die WHO noch an Alarmstufe 5 fest. Die Heraufsetzung auf 6, die höchste Stufe, würde bedeuten, dass sich das neue H1N1-Virus in mindestens zwei Regionen auf der Welt selbstständig ausbreitet. Bislang wurden die meisten der weltweit registrierten Fälle aus Nordamerika eingeschleppt, Ansteckungen in anderen Weltregionen waren die Ausnahme. Anhaltende Infektionen in mindestens zwei Weltregionen kennzeichnen für die WHO den Beginn einer Pandemie. Fukuda nannte die Vorbereitung der Bevölkerung und Gesundheitssysteme für die letzte Alarmstufe besonders wichtig. "Wir müssen den Ernst der Lage weiter erklären, damit alle gut vorbereitet sind", sagte der WHO-Experte.

Am Dienstag lagen der WHO Berichte über 26 563 Fälle in 73 Ländern vor. 140 Menschen sind an der Infektion gestorben. "Dennoch kann man sagen, dass das Virus relativ betrachtet dasselbe ist, wie wir es vor einigen Wochen gesehen haben", sagte Fukuda. Sorge bereite nach wie vor, dass etwa die Hälfte der Todesfälle Menschen sind, die zuvor gesund waren. Die WHO habe sich auch entschieden, die Kriterien für die Alarmphasen derzeit nicht zu ändern sondern mehr aufzuklären, was eine Pandemie bedeutet, sagte Fukuda.

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