Ärzte Zeitung online, 11.06.2009
 

Schweinegrippe bei 30 Kindern der japanischen Schule in Düsseldorf

DÜSSELDORF (dpa). Mindestens 30 Kinder der japanischen Schule in Düsseldorf haben sich mit der Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) angesteckt. Das teilte das Gesundheitsamt in Düsseldorf am Donnerstag mit. Den zumeist zwölf Jahre alten Kindern gehe es überwiegend gut, zwei von ihnen seien schwerer erkrankt, sagte der Amtsleiter Heiko Schneitler.

Schweinegrippe bei 30 Kindern der japanischen Schule in Düsseldorf

Foto: GSK / www.fotolia.de

Ein Kind sei in der Universitätsklinik behandelt worden. Mittlerweile befänden sich alle Betroffenen zu Hause in Quarantäne. Da weitere Kinder über Beschwerden klagten, sei mit mehr Fällen zu rechnen. "Ich rechne mit mehr Streuung", sagte Schneitler zur dpa. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte bis Mittwoch 86 Fälle von Schweinegrippe in Deutschland registriert. Damit gibt es nun mehr als 110 Fälle in Deutschland. RKI-Präsident Professor Jörg Hacker rechnet mit einem weiteren Anstieg. Im ARD-Morgenmagazin sagte er: "Die Zahlen nehmen schon zu. Wir haben seit Ende April die Referenzzahlen aufgenommen. In den letzten Tagen ist es so, dass wir täglich Neuerkrankungen von zunächst fünf, dann zehn und jetzt über zehn Fälle haben." Andere Länder verzeichneten eine vergleichbare Entwicklung. "In England haben wir bereits über 500 Fälle."

Insgesamt gehen rund 560 Kinder in die japanische Schule in Düsseldorf, rund 30 Lehrer sind dort beschäftigt. Erkrankt sind bisher vor allem Kinder der sechsten Klassen. Die Schulleitung erklärte am Donnerstag, die Schule werde bis mindestens Ende nächster Woche geschlossen bleiben. Die unter Quarantäne gestellten Familien würden von der japanischen Gemeinde versorgt, erklärte Schneitler weiter. Im Tagesverlauf werde es weitere Tests geben. Dazu kämen die Familien in das Schulgebäude. Allen Kindern und Lehrern werde ein Rachenabstrich entnommen, der auf die Schweinegrippe-Viren untersucht werde.

Noch ist unklar, wie das Virus eingeschleppt wurde

   Wie das neue H1N1-Virus eingeschleppt wurde, war vorerst unklar. Zunächst sei ein Sechsjähriger erkrankt, dessen Familie kürzlich Urlaub auf einer Mittelmeerinsel gemacht hatte. Eine Möglichkeit sei, dass er sich auf dem Flughafen angesteckt habe, sagte Schneitler. Davon unabhängig habe es Infektionen bei Schülern der sechsten Klasse gegeben, die am vergangenen Mittwoch, Donnerstag und Freitag einen Ausflug mit dem Bus gemacht hatten. Am Freitag hätten dann einige von ihnen über Fieber, Schnupfen und Heiserkeit geklagt, erläuterte Schneitler.

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