Ärzte Zeitung online, 12.06.2009

Schweinegrippe: Jeder Einzelne kann Ansteckung vorbeugen

DÜSSELDORF (dpa). Professor Dieter Häussinger von der Universität Düsseldorf hat die Bürger wegen der Schweinegrippe zu sorgfältiger Hygiene aufgerufen. Das Virus verbreitet sich wie die herkömmliche Grippe über Tröpfcheninfektionen. Deshalb könne jeder Einzelne einer Ansteckung vorbeugen, indem er sich häufig die Hände wasche und benutzte Papiertaschentücher wegwerfe.

"Das Tragen eines Mundschutzes wäre aber noch übertrieben", sagte Häussinger in einem Gespräch mit der dpa. "Das Virus verbreitet sich leicht. Bei mehr Neuinfektionen wird die Chance größer, dass sich das Virus schlechtere Eigenschaften aneignet", erläuterte Häussinger. Es wäre fatal, wenn das hochinfektiöse und leicht veränderliche H1N1-Virus beispielsweise irgendwann eine schwerere Form der Grippe übertrage.

Aktuell litten die meisten Erkrankten an den typischen Grippesymptomen wie Fieber, Gliederschmerzen und Schnupfen. Ihre Beschwerden besserten sich jedoch schnell, sagte der Mediziner. In der Regel blieben die Patienten so lange im Krankenhaus, bis sie virenfrei seien.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Schweinegrippe in Nordrhein-Westfalen, wo sich unter anderem knapp 50 Kinder einer japanischen Schule angesteckt haben, nannte Häussinger angemessen. Die Kombination aus Isolation der Erkrankten und schneller Behandlung sei sinnvoll, sagte der Experte für Infektiologie. Der bislang leichte Krankheitsverlauf sei auf eine rasche Identifizierung des H1N1-Virus bei den Patienten und eine angepasste Behandlung zurückzuführen. "Es kommen aber vielleicht Leute dazu, die Begleiterkrankungen haben", sagte Häussinger. Für sie könne die Schweinegrippe gefährlich sein.

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