Ärzte Zeitung, 16.06.2009

War nur eine Frage der Zeit: Tod durch H1N1 in Europa

Gestorbene hatte schon zuvor Gesundheitsprobleme

LONDON(dpa). Eine Mutter, die erst vor kurzem ein Frühchen geboren hat, ist Europas erstes Todesopfer der Schweinegrippe.

Die Schottin war nach britischen Medienangaben 38 Jahre alt und hatte vor zwei Wochen ein Kind zur Welt gebracht - mehr als zwei Monate zu früh. Das Baby hat sich aber vermutlich nicht mit dem Virus angesteckt. Die Frau war am Sonntag an dem neuen H1N1-Virus gestorben und war damit der erste Patient, der außerhalb des amerikanischen Kontinents der Krankheit erlag.

Die Frau war eine von zehn Patienten, die im Royal Alexander Hospital in Paisley nahe Glasgow wegen der Schweinegrippe behandelt worden waren. Nach Informationen der Zeitung "The Sun" hatte die Frau einen Schlaganfall erlitten und war seit längerem im Krankenhaus. Großbritannien ist das Land, in dem bisher die meisten Schweinegrippefälle in Europa gemeldet wurden.

Der Tod eines Patienten in Europa sei "früher oder später zu erwarten" gewesen, sagte der Bakteriologe Professor Hugh Pennington von der Aberdeen University. "Das heißt nicht, dass das Virus gefährlicher wird." Entscheidend sei in diesem Fall gewesen, dass die Frau schon zuvor Gesundheitsprobleme gehabt habe. Die schottische Gesundheitsministerin Nicola Sturgeon sagte: "Der Todesfall ist zwar tragisch, aber ich möchte betonen, dass die Mehrzahl derjenigen, die H1N1 haben, relativ milde Symptome aufweisen."

Lesen Sie dazu auch:
Schweinegrippe wird eng von WHO überwacht
"Jetzt auf die Pandemie vorbereiten!"
Falldefinition des RKI für Schweinegrippe

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Chance im Kampf gegen Pandemien: frühzeitige Berichte im Internet

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Computervirus legt Klinik lahm

Das bayerische Klinikum Fürstenfeldbruck ist von einem Computervirus lahmgelegt worden. Es hatte sich daher auch von der Integrierten Leitstelle des Landkreises abgemeldet und nur dringende Notfälle aufgenommen. mehr »