Ärzte Zeitung online, 19.06.2009

Sorge um Mekka-Wallfahrt wegen Schweinegrippe

ISTANBUL/KAIRO(dpa). Die Zahl der muslimischen Pilger in Mekka wird dieses Jahr wegen der Schweinegrippe-Pandemie möglicherweise niedriger sein als im vergangenen Jahr. Die große Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten in Saudi-Arabien soll nach dem islamischen Kalender dieses Jahr im November stattfinden. Daneben gibt es die kleine Wallfahrt ("Umrah"), die jederzeit unternommen werden kann.

Bislang sind die Religionsgelehrten der Auffassung, dass die Schweinegrippe, wenn die Verbreitung bis zum Herbst nicht dramatisch zunehmen sollte, kein Grund für eine Verschiebung oder Absage der "Hadsch" ist. Zu diesem Schluss sei auch der Großmufti von Ägypten, Ali Gomaa, gekommen, berichtete die ägyptische Zeitung "Al-Masry Al-Yom" am Freitag. Die Zeitung "Saudi Gazette" zitierte den Großmufti von Saudi-Arabien, der die Angst vor einer Verbreitung der Schweinegrippe während der "Hadsch" für "übertrieben" hält.

Der ägyptische Gesundheitsminister Hatem al-Gabali hatte die Ägypter allerdings schon im Mai davor gewarnt, für die "Umrah" nach Saudi-Arabien zu reisen, weil sie nach ihrer Rückkehr unter Quarantäne gestellt werden müssten. In Saudi-Arabien gibt es nach Angaben des EU-Seuchenkontrollzentrums ECDC mindestens 22 registrierte Fälle.

Viele Muslime, die dieses Jahr die Wallfahrt planen, sind verunsichert. Die auf islamische Pilgerreisen spezialisierten Reisebüros sollen schon einen Rückgang der Buchungszahlen festgestellt haben.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »