Ärzte Zeitung online, 24.06.2009

Schweinegrippe - Niedersachsen bereitet sich auf die Grippe-Hochsaison vor

HANNOVER (cben). Das Schweinegrippe-Virus breitet sich in Deutschland weiter aus, zuletzt meldete die niedersächsische Stadt Leer einen Influenza-Fall. KV, Ärztekammer und die Behörden in dem Land bereiten sich nicht nur deshalb auf die kommende Grippesaison vor.

Die KV und Ärztekammer des Landes, die Niedersächsische Landesregierung und das Landesgesundheitsamt haben eine interne Arbeitsgruppe eingerichtet, "um prospektiv zu besprechen, was wir tun müssen, wenn im Herbst die Grippesaison beginnt", sagte KV-Sprecher Haffke der "Ärzte Zeitung". Die Gruppe trifft sich wöchentlich.

Zu diskutieren sei unter anderem die Frage, wer impfen wird. Werden es die Niedergelassenen tun oder werden Impfstützpunkte im Land eingerichtet? "Wir haben uns für die Niedergelassenen ausgesprochen", sagte Haffke.

Unklar ist offenbar auch die juristische Frage, ob das Land bei der Beschaffung des Impfstoffes als Händler auftreten dürfe. Immerhin kauft das Land laut Ministeriumssprecher Thomas Spieker die Impfstoffe ein und gibt sie an die Apotheken weiter. "Wir haben andere Sorgen", sagte Spieker zu dem Thema. Etwa: Wird genug Impfstoff vorhanden sein? Der Bedarf im Land liege bei zwei Impfdosen für jeden der rund neun Millionen Niedersachsen, hieß es.

Das Land hat mit den Pharmafirmen GlaxoSmithKline und Novartis sogenannte Sicherstellungsverträge geschlossen, um jeden Bürger zu versorgen, versicherte Spieker. Kosten: rund 140 Millionen Euro. Aber wer zahlt? "Das wird auf der am Donnerstag zu Ende gehenden Landesgesundheitsministerkonferenz diskutiert werden", so Spieker. Die Notfallreserven an antiviralen Medikamenten habe Niedersachen jedenfalls bereits auf 20 Prozent aufgestockt.

Die Frage, wie die Ärzte gegebenenfalls für die vermehrten Impfungen honoriert werden, ist lauf Detlef Haffke von der KVN auch noch nicht entschieden. Aber klar ist schon jetzt: "Es wird in Niedersachsen keine Priorisierung geben", sagte Spieker, "es wird genug Impfstoff für alle Niedersachsen da sein."

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