Ärzte Zeitung online, 03.07.2009

Argentinien geht von 100 000 Schweinegrippe-Infektionen aus

BUENOS AIRES (dpa). Die argentinische Regierung schätzt die Zahl der Schweinegrippefälle im eigenen Land mittlerweile auf 100 000. Das teilte der neue Gesundheitsminister Juan Luis Manzur am Freitag mit. Die Zahl der registrierten Todesopfer gab er mit mindestens 44 an. Die Zahlen sind bislang weder von der WHO noch von der europäischen Behörde ECDC bestätigt.

Wegen der schnellen Ausbreitung der Virusinfektion wurden immer mehr öffentliche Einrichtungen geschlossen. Die meisten Schulen landesweit waren bereits geschlossen, und auch Universitäten schichten die Studenten nach Hause. Viele Städte und Gemeinden ordneten auf eigene Faust die Schließung auch von Geschäften, Restaurants, Cafés, Sportzentren und Tanzlokalen an. Auch das Justizsystem stellte die Arbeit ein.

Die Atmosphäre in dem normalerweise lauten und hektischen Zentrum der Millionenmetropole Buenos Aires glich am Freitag der eines Feiertages. Aber nur relativ wenige Menschen benutzten einen Mundschutz. In den Medien kamen andere Themen als die Schweinegrippe nur noch am Rande vor.

Nach Angaben von Manzur ist der Gipfel der Erkrankungen noch nicht erreicht. "Die Kurve zeigt noch nach oben", sagte er. Jetzt gehe es vor allem darum, eine weitere Ausbreitung der Grippe zu verhindern, damit das Gesundheitssystem nicht unter dem Ansturm der Erkrankten zusammenbreche. Die WHO zählte nach jüngsten Angaben weltweit rund 90 000 Fälle und mehr als 380 Tote in rund 120 Ländern.

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