Ärzte Zeitung online, 03.07.2009

Schweinegrippe: Einzelne Resistenzen gegen Tamiflu® in Japan, Hongkong und Dänemark

TOKIO/HONGKONG (dpa). In Japan, Dänemark und Hongkong sind bei einzelnen mit Schweinegrippe Infizierten Resistenzen gegen Tamiflu® festgestellt worden. Die Behörden in Hongkong zum Beispiel berichteten am Freitag von einem 16-jährigen Mädchen mit einer solchen Resistenz.

Die Patientin, die am 11. Juni aus San Francisco eingereist sei, habe aber nur milde Symptome gehabt und sei nach einer Woche geheilt aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das bei ihr isolierte H1N1-Virus sei für das Alternativpräparat Relenza® (Wirkstoff Zanamivir) empfindlich gewesen.

In Japan war laut Medienberichten bei einer Frau "in den 40ern" ebenfalls eine Tamiflu®-Resistenz beobachtet worden. Die Patientin habe das alternative Präparat bekommen und sei inzwischen wieder gesund, betonte das Gesundheitsministerium in Tokio. Das Ministerium hatte über die bereits Mitte Juni aufgetretene Resistenz erst jetzt berichtet.

Der Fall sei keine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit, da keine Infektionen im Umfeld der Patientin entdeckt worden seien, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur Kyodo.

In Dänemark war Ende Juni ein ähnlicher Fall gemeldet worden. Das mutierte Virus sei jedoch nicht aggressiver geworden und habe weiterhin nur zu milden Symptomen geführt, hatte das staatliche dänische Impfstoffinstitut (SSI) berichtet. Der Einzelfund sei keine Gefahr für die öffentliche Gesundheit und kein Grund für einen anderen Umgang mit den Grippemitteln.

Der Tamiflu®-Hersteller Roche Pharma betonte auf Anfrage, vereinzelte Resistenzen seien normal. Ein Anteil von 0,4 Prozent Resistenzen trete auch bei der saisonalen Influenza auf. Auch die Patientin in Dänemark sei wieder genesen.

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