Ärzte Zeitung online, 14.07.2009

Schweinegrippe: Produktion von Impfstoff nicht umstellen, sagt WHO

GENF (dpa). Ein Impfstoff gegen die derzeit grassierende Schweinegrippe ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO zwar nötig. Dies zwinge jedoch nicht zum Umstellen der Impfstoffproduktion. "Die Vorbereitung auf die nächste saisonale Grippewelle sollte fortgesetzt werden", erklärte die für Grippeimpfungen zuständige WHO-Direktorin, Marie-PauleKieny.

Viele Hersteller können nicht gleichzeitig beide Impfstoffe herstellen. Die Produktion für die saisonale Grippe sei bereits zu 90 Prozent abgeschlossen, sagte Kieny am Montag vor Journalisten in Genf. Der neue Impfstoff sei auch weitgehend gefunden, aber noch nicht für die Produktion lizenziert.

Ein für Grippeimpfungen zuständiges Expertenteam habe in der vergangenen Woche bei einer Sitzung in Genf empfohlen, dass die Zahl der Opfer über Impfungen zunächst gesenkt werden müsse, sagte Kieny. Als erstes müsste somit das Gesundheitspersonal geimpft werden, um das Gesundheitssystem funktionsfähig zu halten. Dann kämen besonders gefährdete Menschen jeden Alters mit chronischen Krankheiten an die Reihe.

"Das Komitee hat festgestellt, dass die Pandemie nicht zu stoppen ist. Deswegen müssen alle Länder Zugang zu Impfstoffen haben", sagte die WHO-Direktorin. Da sich das Virus in den Ländern unterschiedlich schnell ausbreite, müssten auch nationale Impflösungen gefunden werden.

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