Ärzte Zeitung online, 15.07.2009

Weihwasser-Stopp als Mittel gegen Schweinegrippe

LONDON (dpa). Mit ungewöhnlichen Mitteln will ein Bischof in Großbritannien die rasante Ausbreitung der Schweinegrippe stoppen: Kirchen sollten kein Weihwasser mehr verwenden, und Kirchgänger vorsichtshalber nicht mehr aus dem Abendmahlskelch trinken, schreibt John Gladwin, Bischof von Chelmsford, in einem Brief an Priester der ostenglischen Grafschaft Essex.

Wenn Besucher ihre Finger in das Weihwasserbecken tauchten, bevor sie ein Kreuz machen, könnte das Weihwasserbecken "schnell zur Infektionsquelle werden", erklärte der Geistliche nach Medienangaben von Mittwoch. Gemeindemitglieder, die Symptome der Schweinegrippe hätten, sollten zudem nicht aus dem Abendmahlskelch trinken. In dem Fall würde die Hostie ausreichen, um die Kommunion zu erteilen, versicherte Gladwin. Zudem riet der Bischof von seelsorgerischen Besuchen ab. Wenn diese unbedingt nötig seien, sollten Priester Handschuhe, Gesichtsmaske und Schürze tragen.

Großbritannien ist das Land in Europa, das am meisten von dem Virus betroffen ist. Bereits 17 Menschen sind nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde gestorben, nachdem sie sich mit dem Schweinegrippe-Virus angesteckt hatten. Die europäische Behörde ECDC bestätigt bislang 14 Tote. In wie vielen Fällen der Virus die einzige Todesursache war, ist bisher unklar. Mehr als 9800 Briten sind an der Grippeart erkrankt. Damit liegt das Land auf Platz drei weltweit.

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