Ärzte Zeitung online, 24.07.2009

Länder bestellen 50 Millionen Impfdosen zum Schutz vor Schweinegrippe

NEU-ISENBURG (bee). Die Bundesländer haben am heutigen Freitag rund 50 Millionen Impfdosen gegen die Schweinegrippe bestellt. Die georderten Dosen reichen für eine Impfung von 30 Prozent der Bundesbürger, da jeder Impfling zweimal geimpft werden muss. Zur saisonalen Grippe lassen sich jährlich rund 22 Prozent der Deutschen impfen.

Foto: Thomas Brugger ©www.fotolia.de

Zunächst sollen laut WHO-Empfehlung drei Risikogruppen geimpft werden: chronisch Kranke, Schwangere und Gesundheitspersonal. Die Bestellung hat einen Wert von rund 700 Millionen Euro. Der Impfstoff soll von den Herstellern nur an die Bundesländer geliefert werden, in den normalen Arzneimittelverkauf gelangt er nicht.

"Wenn wir den Impfstoff nicht komplett benötigen, geht der Überschuss an die Entwicklungsländer", sagt der Sprecher des Thüringischen Sozialministeriums, Thomas Schulz, zur "Ärzte Zeitung". Thüringen sitzt in diesem Jahr der Gesundheitsministerkonferenz vor und ist damit zuständig für die Bestellung des Impfstoffes.

Im Thüringer Ministerium rechnet man damit, dass der Impfstoff voraussichtlich in acht bis zehn Wochen verfügbar ist. Ab etwa Oktober könne man mit der Impfung beginnen. Derzeit beraten die Länder einen Verordnungsentwurf, in dem unter anderem die Kassen dazu verpflichtet werden, die Kosten für die Impfung zu tragen (wir berichteten). Aller Voraussicht nach werden die Gesundheitsämter der Länder die Impfungen koordinieren. In wie weit auch in Arztpraxen geimpft werden soll, ist noch nicht klar.

Aus Kreisen der Bundesregierung verlautete, dass der Verordnungsentwurf Mitte August im Kabinett verabschiedet wird.

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