Ärzte Zeitung online, 24.07.2009

Schweinegrippe macht globales Arbeiten zum Nachteil

FRANKFURT/HAMBURG (dpa). Mit der steigenden Zahl der Schweinegrippe-Infektionen gewinnen Pandemiepläne für Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Für die großen Konzerne könne das globale Arbeiten nun ein Nachteil sein, sagte Peter Höbel, Experte für Krisenmanagement in Frankfurt. "Der Austausch von Erregern ist dort eher wahrscheinlich als bei einem Mittelständler."

Wie gut die Unternehmen auf eine Pandemie vorbereitet sind, sei - größenunabhängig - von Firma zu Firma sehr unterschiedlich. "Es gibt Großunternehmen, die sehr mäßig auf Krisen vorbereitet sind. Das hat was mit dem allgemeinen Risikobewusstsein zu tun", sagte Höbel.

Zu einem "echten" Pandemieplan gehörten nicht nur die Information und Schulung der Mitarbeiter, sondern auch Regeln dafür, wie eine Personal-"Reserve" gebildet werden könne, Analysen darüber, welche Mitarbeiter besonders gefährdet seien - etwa weil sie Familie haben - oder auch die Einführung von Tele-Arbeitsplätzen. Denn gerade die Arbeit in Gruppen sei riskant. "Unternehmen mit Großraum haben einen Hort der Ansteckung geschaffen", betonte Höbel.

Extrem wichtig seien ausgefeilte Pandemiepläne für "Anbieter kritischer Infrastrukturen" wie Energie- und Telekommunikationsunternehmen. Aber auch bei allen anderen Firmen müssten solche Pläne ganz selbstverständlich sein, betonte Höbel. "Krisenvorsorge ist eine Art von Versicherung." Und auf die verzichte auch niemand.

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