Ärzte Zeitung online, 28.07.2009

Schweinegrippe-Impfung: Ersatzkassen sprechen von Zusatzbeiträgen

HAMBURG (dpa). Der Verband der Ersatzkassen (VDEK) in Deutschland schließt Zusatzbeiträge seiner Mitglieder zur Finanzierung der Schweinegrippe-Impfung nicht aus. Die Kosten für die Impfung seien nicht im Gesundheitsfonds einkalkuliert.

"Dadurch entsteht das Risiko für die Krankenkassen, Zusatzbeiträge erheben zu müssen", sagte eine VDEK-Sprecherin der „Leipziger Volkszeitung“ (Dienstag). Matthias Jakob, Sprecher der Landesvertretung Sachsen der Techniker Krankenkasse (TK), erklärte: „Wir würden uns wünschen, dass der Staat seiner Verantwortung nachkommt.“

Kosten in Höhe von 600 Millionen Euro seien nicht eben mal so aus der Portokasse zu begleichen", sagte Rolf Steinbronn, Chef der AOK Plus, dem Blatt. Eine Summe dieser Größenordnung bringe die Kalkulation des Gesundheitsfonds ins Rutschen.

"Grundsätzlich ist der Umgang mit einer Pandemie Angelegenhei tder öffentlichen Gesundheitsdienste", erklärte eine VDEK-Sprecherin. Der Verband mahnte eine Verständigungdarüber an, wie die Ausgaben für Schutzimpfung zum Beispiel mit Steuermitteln ausgeglichen werden könnten. Im VDEK sind die acht Ersatzkassen (zum Beispiel Barmer und DAK) organisiert, die in Deutschland mehr als 24 Millionen Menschen versichern.

Die erste Impfwelle für 22,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik soll im Herbst starten und bis zu 2 Milliarden Eurokosten. Das Bundesgesundheitsministerium bereitet eine Verordnung vor, nach der die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet werden, die Kostenfür die Impfung zu übernehmen. Die gesetzlichen Krankenkassen hatten sich grundsätzlich zur Übernahme der Kosten bereiterklärt - allerdings wollen die Kassen lediglich den Impfstoff bezahlen, nicht aber dessen Verteilung und Lagerung.

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